Stadt oder Land – wo lebt es sich besser?

Veröffentlicht am 33 Kommentare zu Stadt oder Land – wo lebt es sich besser?
In diesem Artikel geht es um die Frage: Stadt oder Land wo lebt es sich besser? Erfahrungsbericht von einer, die alles ausprobiert hat

Raus aus der Stadt? Ab aufs Land? Oder umgekehrt? Für manche stellt sich die Frage gar nicht. Andere spielen ab und an mit dem Gedanken, ihr Wohnumfeld zu verändern. Die Frage Stadt oder Land – wo lebt es sich besser? – ist sie überhaupt zu beantworten?

Oder läuft es am Ende darauf hinaus, dass „woanders eben auch Scheiße“ ist, wie es so schön bei mir im Pott heißt?

Darum geht es hier: Stadt Land Schluss?

Großstadt, Kleinstadt, Dorf oder Stadtrand? Britta Langhoff hat alles ausprobiert. In diesem Artikel berichtet sie von ihren Erfahrungen und zieht ihr Fazit: Wo lebt es sich besser?

Stadt, Land, irgendwo dazwischen – wo gehört man hin?

Landleben hat eine Menge Vorteile. Das Stadtleben allerdings auch. Nachteile – haben beide ebenfalls. Was überwiegt? Kommt drauf an. Aufs Alter, aufs Temperament, auf Vorlieben und Interessen, auf den Netz-Ausbau. Die Entscheidung, wo man leben will, ist immer eine persönliche. In der Regel gründet sie auf den Erfahrungen, die man gemacht hat. Sowie der eigenen Interpretation von Heimat und zuhause. Aus den Kommentaren zum Blogartikel „Was ist Heimat?“ ist das deutlich herauszulesen.

Ich kann mir mit Fug und Recht den Titel Lebensform-Varianten-Testerin verleihen. Großstadt, Kleinstadt, Stadtrand, Dorf, schwimmendes Zuhause auf dem Wasser – ich kenne sie alle. Manches habe ich geliebt, anderes toleriert, aber es gab auch Lebensformen, von denen ich mich gar nicht schnell genug verabschieden konnte.

Kleinstadtleben – mein Startpunkt

Wie Ihr wisst, komme ich gebürtig aus der Grenzstadt Emmerich am Rhein. Dort bin ich auch aufgewachsen. Im Zusammenhang mit „Heimat“ habe ich geschrieben, dass ich den Niederrhein manchmal vermisse. Das stimmt. Was ich nach wie vor nicht vermisse, ist das Kleinstadtleben. Emmerich ist eine typische Kleinstadt. 36.000 Einwohner (inklusive umliegender Dörfer und Weiler, Kirchen und Schützenvereine.)

Es gab: einen großen Fluss, eine tolle Brücke, viele katholische und eine evangelische Kirche, ein Gymnasium, zig Kneipen, jede mit eigenem Kegelclub, kein Kino, keine Disco. Dafür aber jede Menge Vereine. Vereinsleben ist die Lebensader einer Kleinstadt. Ist man kein Vereinsmeier, wird man sich in einer Kleinstadt mit der Zugehörigkeit schwer tun.

Kleinstadtleben - Fluss und Brücke sind die größte Attraktion
Die größte Attraktion in „meiner“ Kleinstadt: Vater Rhein und die längste Hängebrücke Deutschlands

Meine Familie war in einigen Vereinen aktiv und bekannt, mein Opa war eine lokale Größe. Mich kannten viele, ich selber kannte nicht alle, die mich kannten. Das brachte seine eigenen Nebenwirkungen mit sich. Spätestens wenn es beim Kaffeeklatsch Zeit für das „Connjäckelchen1“ wurde, war meine sehr auf Außenwirkung bedachte Mutter über meine neuesten Eskapaden im Bilde. Datenschutz war eher eine Frage zwischenmenschlicher Umgangsregeln.

Die nächstgrößere Stadt Kleve hatte außer einem Schuhschachtel-Kino auch nicht mehr zu bieten. Zudem ist sie linksrheinisch. Für uns war das die „gönne Kant“ – die „andere Seite“. Der Kölner kennt das unter „scheel sick“. Da fährt man nur hin, wenn man muss. Und ein Auto hat. Öffentlicher Nahverkehr – damals wie heute eher nicht so üppig im Angebot.

Mein Weg durch die Stadtwelten

Die Nähe zu den Niederlanden war meine Rettungsleine, anhand derer ich mich als Jugendliche durch das Kleinstadtleben hangelte. Der Pommesäquator markierte unsere kulturelle Lebensader. Arnheim war entfernungstechnisch nicht weiter weg als Kleve, aber vom Lifestyle her eine komplett andere Welt: Aufregend, international, kulturell vielfältig, tolerant. Eine Music-Hall, ein riesiges Kino, nicht nur eine Disco – nein, für jeden Musikgeschmack eine. Tolle Geschäfte, Cafés, Bars – und dank Euregio für uns gut mit dem Zug erreichbar.

Dennoch konnte ich als junge Frau gar nicht schnell genug dem Kleinstadtleben entkommen und verabschiedete mich Richtung Ruhrgebiet, nach Duisburg. Ich mag das Ruhrgebiet nicht nur, ich kann es auch. Die meisten Städte des Ruhrgebiets sind von der Größendefinition her Großstädte, so auch Duisburg. Laut, lebendig, grüner als man meint, sehr multikulturell. Duisburg war meine erste Station im Pott und ich hatte dort eine gute Zeit. Schöne Altstadtwohnung, spannender Job, Freunde und Kollegen – und schon damals auch der Captain. Wenn auch nicht als mein Captain. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das Ruhrgebiet als solches ist eigentlich eine einzige große Stadt, eine Metropolregion. Manche Stadtgrenzen verschwimmen, alle Städte sind untereinander recht gut erreichbar. Damit bietet das Ruhrgebiet eine außerordentliche Fülle an Möglichkeiten. Das Leben verschlug uns damals mehr oder gezwungenermaßen nach Recklinghausen. Das kleinere Recklinghausen geht so gerade eben noch als Großstadt durch.

Am Stadtrand – das Beste aus beiden Welten gefunden?

Wir nutzten den Umzug und bezogen Domizil am Stadtrand. Mir gefiel der Kompromiss. Die öffentlichen Verkehrsmittel haben im Kreis Recklinghausen zwar ihr sehr eigenes Verständnis von Stadtteil-Vernetzung, aber davon ab: Die – heute leider sehr runtergekommene Innenstadt – ist schnell erreichbar. Kindergärten und Grundschule in Laufnähe. Ebenso Feld, Wald und Wiesen – fußläufig erreichbar. Für Kinder ideal, für Senioren auch. Und für Hunde natürlich.

Wald an der Stadtrandlage
Der Flusenbär im kleinen Wald bei uns „umme Ecke“ – 3 Minuten und wir sind da.

Die Vorteile der Metropolregion hat man am Stadtrand nach wie vor. Nicht zu unterschätzen: Die Metropole Ruhrgebiet hat auch europaweit gesehen eine selten zentrale Lage. Man ist schnell im Münsterland, Rhein-Main-Gebiet ist in erträglichem Zeitrahmen erreichbar. Belgien, Niederlande, Frankreich – alles in wenigen Stunden erreichbar. Größter Pluspunkt: Man ist schnell am Meer. Bzw. den (friese) Meren.

Landleben – eine Alternative?

Neben der Kleinstadt hat mich in Kindheit und Jugend das Landleben geprägt. Meine Familie väterlicherseits hat bäuerliche Wurzeln und als Kind war ich sehr viel auf den Höfen der Onkel und Tanten in den kleinen Dörfern beidseits der Grenze. Ich hatte dort meine Freunde, wir tobten durch die Weiden, wir halfen in den Ställen und ja – wir waren auch bei den Schlachttagen helfend am Start.

Ich behielt diese Verbindung lange und könnte nostalgische Geschichten von Landkindern, Dorfjugend und Scheunenfesten erzählen. Mach ich auch. In meinem Geschichten vom Deich.

Deichhelden -Landleben

Vieles von dem, was ich aus meiner Kindheit kenne, finde ich heute in einem kleinen niederländischen Dorf wieder. Der Heimathafen unseres schwimmenden Altersruhesitzes ist im Dorf Heeg, Friesland/NL. Dort bekomme ich viel vom Dorfleben mit. Es hat seinen Charme und gefällt mir auch. Sind wir mit dem Boot unterwegs, leben wir auch zeitweise komplett autark. Unabhängig von Infrastruktur. Landleben extrem sozusagen. Nur auf dem Wasser.

Für mich steht fest: Könnte ich mich nur zwischen Stadt oder Land entscheiden, würde ich das Landleben nehmen.

Das Leben auf dem Dorf - zwischen Blumenrabatten und Kirchtürmen
Unser Dorf soll schöner werden. Hier: Heeg, Friesland/NL – zwischen Blumen und Kirchtürmen

Warum zieht es so viele aus der Stadt aufs Land?

Ruhe? Natur? Oder das Gefühl, noch einmal neu anzufangen in einem Umfeld, welches einem mehr Raum und Zeit dafür bietet?

Am Landleben mag ich vor allem die Ruhe, die Unaufgeregtheit, das langsamere Tempo und die Möglichkeit, schnell in der Natur alleine mit mir und meinen Gedanken sein zu können. Neben den geringeren Kosten im Budgetpunkt Wohnen und einem unkomplizierten kindgerechtem Umfeld sind das für mich persönlich die wichtigsten Vorteile. Ich fand es manchmal stressig, meine Kinder mitten in einem großen Ballungsraum aufzuziehen. Nicht nur, weil sie so oft mit wenig kindgerechten Umfeldern konfrontiert wurden. Sondern auch, weil ich mir oft Sorgen gemacht habe, wenn die Kinder – gerade auch in ihren Teenager Jahren – alleine unterwegs waren.

Der größte Nachteil beim Leben auf dem Land besteht in der ausbaufähigen Infrastruktur. Das fängt (zumindest in Deutschland) mit dem immer noch bemerkenswert schlechten Netz-Ausbau an und hört bei den öffentlichen Verkehrsanbindungen nicht auf. Ein ganz wichtiger Punkt bei den heutigen Spritpreisen. Da helfen sogar die deutlich geringeren Immobilienpreise nur noch begrenzt. Von der Nahversorgung gar nicht zu reden. Wer da rote Rosen will, muss sie selber pflanzen.

Und die geschmähten Kleinstädte?

Kleinstädte sind für mich wie ein Glas, das nie ganz leer wird, aber auch nicht richtig voll. Nicht anonym genug, um unterzutauchen. Nicht offen genug, um einfach neu zu starten. Meiner Erfahrung nach zeigt sich da ein Dorf tatsächlich offener – zumindest, wenn man sich benimmt und nicht gerade den arroganten besserwisserischen Städter raushängen lässt.

Das Stadtleben hat mich verloren

Im Bild unten zeige ich meine Lieblings-Großstadt Rotterdam. Aber auch, wenn ich eine Lieblings-Großstadt habe: Großstädte haben mich richtiggehend verloren. Das will ich nicht mehr, das kann ich auch nicht mehr. Zu laut, zu voll, zu viel, zu dreckig. Zuviel von allem. Im Februar waren wir ein Wochenende in Frankfurt, wo unser Jüngster heute lebt. Ich fand es unfassbar anstrengend und bei aller Freude über das „Kinder-Wochenende“ sehnte ich mich nach unserem ruhigeren Zuhause.

Leben in der Großstadt - hier Rotterdam
Blick auf eine der vielen Skylines in meiner Lieblings-Großstadt Rotterdam. Hier hat mein jüngster Sohn lange gelebt und bei aller Begeisterung für Rotterdam: Ich möchte da nicht leben.

Dazu kommt noch ein für mich entscheidender Aspekt. Ich sage es so, wie ich es empfinde: Ich fühle mich unsicher in der Stadt. Schon tagsüber habe ich in der Innenstadt Recklinghausens ein muImiges Gefühl, wenn man zwischen Leerstand hier und Leerstand dort hauptsächlich dumm angemacht und bedrängt wird. Lass mal.

Ganz schlimm finde ich auch die dunklen Straßen abends und nachts. Aus Energiespargründen wird überall die Beleuchtung runtergefahren. Mein Sohn wohnt in Düsseldorf, dort wird besonders eifrig Energie gespart. Wenn wir ihn besuchen und abends durch stockdunkle Straßen in einem belebtem Viertel zum Auto gehen – ist mir regelrecht unwohl. So sehr ich unseren Flusenbären liebe – die Vorteile eines Schäferhunds erschließen sich mir durchaus.


Mir ist bewusst, dass die bis hierher aufgeführten Unterschiede zwischen den verschiedenen Lebensformen komplett subjektiv gefärbt sind. Unten findet Ihr eine Tabelle mit Unterschieden, Vor-und Nachteilen, die nicht nur mich betreffen.


Wie leben wir heute in unseren besten Jahren?

Heute leben wir immer noch am Stadtrand in der Metropole Ruhrgebiet. Plus der zweiten Heimat in Heeg, Friesland/NL auf dem Wasser. Hier der Zugang zum pulsierenden Großstadtleben, dort der Mikrokosmos Dorf mit Hafen.

Wenn man mich fragt „Stadt oder Land – wo lebt es sich besser?“ entscheide ich mich für „nicht oder.“

Die Stadtrandlage – das Beste aus beiden Welten?

Ich empfinde das Leben am Stadtrand tatsächlich als das Beste aus beiden Welten. Die Stadtrandlage bietet mir

  • Die Vorteile des Landlebens (Ruhe, Natur, Raum)
  • Die Vorteile des Stadtlebens (Infrastruktur, Kultur, Auswahl)

Der Nachteil ist leider: Stadtrand ist heute teuer. Sehr teuer. Teurer als zentrale Innenstadtlage. Wir sind nicht die Einzigen, die den Kompromiss Stadtrandlage als lebenswerteste Wohnform empfinden.

Als wir vor vielen Jahren gekauft haben, war das noch anders. Heute – mit leerfallenden Innenstädten und Wohnraummangel – ist es schwierig geworden, sich im Alter zu verändern und vor allem sich „kleiner zu setzen“ – obwohl viele das gerne möchten. Nebenbei bemerkt: Die Preise in der Kleinstadt sind heute ähnlich wie in Stadtrandlagen. Aber das nur am Rande.

Ein oft übersehenes Risiko bei der Stadtrandlage

Nachtrag: Es gibt einen Aspekt zur Stadtrandlage, den ich mir nicht klargemacht habe. Danke an alle, die entsprechend kommentiert haben. Ihr habt Recht. Ich finde diesen Hinweis so wichtig, dass ich ihn noch nachträglich aufgenommen habe. Ein Risiko beim Stadtrand wird oft übersehen:

Was heute Stadtrand ist, kann morgen schon mittendrin sein!

Städte haben die Eigenschaft, sich auszudehnen und zu verändern. Wer vor zwanzig Jahren kommod und in Ruhe am Stadtrand lebte, findet sich möglicherweise heute mitten im pulsierenden Leben. Davon schrieben einige in den Kommentaren. Ich gebe zu: Dieses Risiko habe ich mir nicht klargemacht. Weil es mich nicht betrifft. Im Ruhrgebiet ist nicht mehr viel Platz zum ausdehnen. Das bißchen Land zwischen den Städten teilen sich die betreffende Städte. Unser Stadtrand in Recklinghausen z.b. ist gleichzeitig auch der Stadtrand von Oer-Erkenschwick. Das Land dazwischen ist Naturschutzgebiet, da ist die Gefahr der Ausdehnung gebannt.

Also: Augen auf beim Stadtrand! Wie wahrscheinlich ist es, dass die gefundene Lage auch Stadtrand bleibt?

Ein bisschen von allem? Ein bisschen Land, ein bisschen Stadt – mein Fazit

Für mich liegt das ideale Leben tatsächlich irgendwo dazwischen – zwischen Stadt und Land. Zwischen Anschluss und Rückzug. Zwischen WLAN und Windrauschen.

Ganz ehrlich: Mit dem Älterwerden verändert sich auch der Blick auf den Ort, an dem man leben will. Wieviel Trubel darf es noch sein? Wieviel Ruhe ist nötig? Ich merke, je älter ich werde, desto mehr zieht es mich raus aus der Stadt. Wir nutzen zwar die Möglichkeiten, die das Ruhrgebiet uns bietet. Aber nicht mehr in dem Maße wie früher.

Felder am stadtrand
Weizenfeld bei uns am Stadtrand – direkt hinter dem Wald umme Ecke

Mich zieht es oft hinaus. Aufs Land. Und natürlich aufs Wasser. Hier wie dort brauche ich Weite. Weil ich dort besser atmen kann. Und besser denken. Das Leben auf dem Boot, ab vom Land fühlt sich manchmal wie eine ersehnte Flucht an. Aber vielleicht ist es das nicht. Vielleicht ist es einfach eine Rückkehr. Eine Rückkehr zu dem, was ich an meiner allerersten Heimat geliebt habe.

Und Ihr? Seid Ihr eher Stadtmenschen oder Landkinder?

Wie ist das bei euch?

  • Lebt ihr da, wo ihr euch zu Hause fühlt?
  • Würdet ihr lieber tauschen – oder habt ihr schon mal radikal gewechselt?
  • Was fehlt euch am meisten – und worauf könntet ihr am ehesten verzichten?

Ich bin gespannt. Auf eure Geschichten, eure Gedanken, eure Orte. Auf die Anregungen, die dadurch entstehen. Denn darum soll es hier im Blog ja gehen: mutig älter werden – und das Leben anders denken.

Zum Abschluss eine subjektive, sicher nicht vollständige

Tabelle zu den Unterschieden Stadtleben versus Landleben versus Stadtrand

Wie würdet Ihr die Tabelle ausfüllen?

Kategorie StadtlebenLandleben
RuheVerkehrslärm, viele Menschen – der Geräuschpegel pendelt nur. Zum Stillstand kommt er nie. Täuscht Euch nicht: Trecker sind laut und so ein Hahn kräht auch nicht leise. Aber es ist eine andere Art von Lärm und er kommt zuverlässig zum Stillstand.
SauberkeitMüllberge allerorten – zumindest in D. Und leider gehören viele Innenstädte mittlerweile den RattenSo sauber wie Natur eben sein kann: Laubhaufen, Kuhfladen, Schafsköttel – es kommt was zusammen
Infrastrukturtheoretisch vorhanden. Praktisch oft marode. Bzw. schwierig daran teilzuhaben – Stichwort Arzttermin mager und ohne Auto schwierig. Man hilft sich gegenseitig. Was oft schneller geht als in der Stadt
Versorgung Große Auswahl, wenn man nicht aufs Geld guckt, rund um die Uhr wird langsam besser. Große Supermärkte auf der grünen Wiese – aber auch die ohne Auto schwer erreichbar.
Natur künstlich angelegt. Wenn man Glück hat, ist der Park ein schöner. direkt vor der Haustür
Anonymität hochniedrig – man kennt sich
Gemeinschaft muss man selbst aufbauenvorhanden, nicht immer ganz einfach, reinzukommen
Kostenhohe Mietengünstigere Immobilien, Nebenkosten beträchtlich (Auto, Spritpreise)
KinderfreundlichkeitEinfach nach draußen und spielen ist nicht, dafür hohes Angebot an Frühförderung. Kita-Plätze sind schwer zu ergattern. Zwar weniger Kita-Plätze, aber in der Regel bekommt man im Dorf-Kindergarten einen Platz. Dafür können die Kinder unbeschwerter draußen spielen.
Sicherheit oft unsicher hoch
Lebensgefühl pulsierend, abwechslungsreich entschleunigt, naturverbunden
Kulturangebot
hoch mager
Mobilität theoretisch großes Angebot Zumindest Fahrradfahren geht besser
Internet gut ausgebaut Glückssache
Kreativmöglichkeiten viele Kurs-AngeboteYoutube- Akademie
Stadt oder Land - welche Minuspunkte gibt es ?
Was sind für Euch die größten Minuspunkte in der Tabelle?
  1. Einfach laut lesen, dann wisst Ihr schon, was ein Connjäckelchen ist. Stößchen. Zwinkersmiley ↩︎

Von Britta Langhoff

Bloggerin, Autorin, Ehefrau, Mutter, Hundemama und Bootsfrau. 60 Jahre alt und stolz darauf. Ich blogge für Menschen, die mutig und entspannt älter werden und ihr Leben genießen. Ich bin auch eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin. Zwischen Worten und Wellen schreibe ich meinen Debutroman - Geschichten vom Deich - über eine Familie, die den Mut zum Neuanfang hat und eine neue Heimat findet. Wenn nicht jetzt - dann vielleicht nie!

33 Kommentare

  1. Liebe Britta,
    für mich ganz klar: Stadt. Habe nie auf dem Land gelebt und kann mir das auch nicht vorstellen. In der Jugend waren die drei K wichtig: Kultur, Kino, Kneipe. 😉
    Jetzt Einkaufen und Ärzte, alles fußläufig erreichbar. Gerade wenn man kein Auto hat, ist Stadt alternativlos, was will ich mit ÖPNV, der dreimal im Jahr fährt? Zudem ist Augschburg mit 300 K Einwohnern noch überschaubar, besonders die Innenstadt ist attraktiv, aber klein. Und Grün mit Wald und See gibt es bei uns auch umme Ecke, wie Ihr ja wisst. 😘
    LG Uli

    1. Lieber Uli,
      die berühmten drei K – ich weiß. In der Kleinstadt gab es nur K wie Kneipe. Ihr wohnt ja sehr zentral und schnell auch im Grünen. Aber mir wäre es trotzdem zu trubelig. Mittlerweile. Früher hätte ich das auch toll gefunden.
      LG Britta

  2. Ich liebe den Stadtrand. Naturschutzgebiet hinterm Haus. Dass ich mich in dunklen Ecken der Stadt mit dem Zausel, Hütehundmischling mit Herdenschutzanteilen, deutlich beschützter gefühlt habe, als mit Mini-Maus an meiner Seite, wurde mir kürzlich auch bewusst. Dabei ist sie mehr Schutzhund als er, Fremde sehen das nur nicht auf den ersten Blick. Er hatte da einfach mehr Aura. Mit ihm wäre mir nie was passiert, mit ihr müssen andere das vielleicht erst herausfinden. Würden sie dann aber.

    Geboren bin ich in der Stadt, aufgewachsen auf dem 20 km entfernten Dorf. Ich kenne alles.

    Mir fehlt nichts und verzichten kann ich auf die vielgerühmte Kultur in der Stadt. Und alles unter 1 Mio Einwohner ist maximal Kleinstadt.

    1. Liebe Ines,
      der Flusenbär hält sich auch für einen begnadeten Schutzhund. Der würde auch sein Leben für uns geben, nur würde das wohl trotzdem wenig ausrichten. Eine Freundin hat eine große Labrador-Mischlings-Hündin, mit denen sind wir oft zusammen. Vor dieser Hündin haben die Menschen Respekt, manche zucken auch zurück. Dabei ist die lammfromm und ängstlich. Bei den Beiden ist ganz klar Fussel der Chef. So täuscht das. Aber ich hätte manchmal auch gerne einen größeren Hund. Leider ist das so.
      Ich finde das ja spannend, dass Du genau wie ich Stadt und Land kennst und ebenfalls den Schluß ziehst, Stadtrand ist das Beste.
      Liebe Grüße
      Britta

    2. Ich habe meine Kindheit auf dem Land verbracht, die Ausbildung in der schönen Kleinstadt Stade gemacht und dann weiter nach Buxtehude, wo Has und Igel sich gute Nacht sagen oder wie war das noch…mit.. ick bin schon hier .. Nun lebe ich in Hamburg, wo auch meine Tochter ihren Lebensmittelpunkt hat und ich muss sagen es lebt sich sehr gut hier im grünen Speckmantel, wie die Hamburger sagen. Wir haben es nicht weit bis an die Elbe, wo unser Hafen und Boot sind und genießen es. Ich habe alles gelebt und vermisse nichts. Regelmäßig genieße ich die alte Heimat Stade, wenn ich Sohn und Enkelkind besuche. Aber ich muss auch feststellen, es ist vieles nicht mehr so wie früher. Die Stadt hat sich verändert. Es hat alles seine Vor und Nachteile, ob auf dem Land oder das Stadtleben.

      1. Ja, das stimmt wohl. Es hat alles seine Vor-und Nachteile. Auch Ihr habt ja einen guten Kompromiss gefunden mit dem grünen Speckmantel und natürlich mit dem Hafen und Boot an der Elbe.
        Hoffen wir, dass sich unsere feel-good-places wie Hafen und Stadtrand nicht so schnell verändern.

  3. Ich bin ja Ruhrpottblag durch und durch. In Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen, da macht dir keiner mehr was vor. Dann als junger Mensch einige Jahre in der Kölner Innenstadt gelebt und gearbeitet, was zu der Zeit natürlich phänomenal war. Dann wieder zurück nach Essen. Früher war das Leben in der Stadt aber auch komplett anders. Kein Vergleich zu heute. In der Innenstadt leben möchte ich heute auch nicht mehr. Aus den gleichen Gründen wie du. Und das ist keine subjektive Empfindung. Und es wird noch schlimmer werden, das kann ich aus 44 Jahren Berufserfahrung ganz sicher vorhersagen.
    Und jetzt häng ich hier in diesem Velbert rum. Hier wollte ich eigentlich noch nicht einmal tot übern Zaun hängen. Und was ist? Egal.
    In den nächsten Jahren wollen wir uns verkleinern. Das Haus ist nicht altersgerecht und ein Umbau schwer umzusetzen. Mal schauen wo es uns hintreibt. Wird nicht einfach, glaube ich. Ich bin ja eher so der Typ „Mitten auf dem Land im Nix“. Ist fürs Alter aber suboptimal. Wir werden sehen….

    1. Wer Ruhrpott kann, erst recht GE – der kann alles. Das sagen meine Jungs auch, die in den Großstädten dieser Welt unterwegs sind.
      Und ja – ich sehe das auch so, dass wir da eine ungute Entwicklung haben. Duisburg vor 30 Jahren war wirklich klasse, auch unter multikulturellen Aspekten. Das würde ich so heute nicht mehr unterschreiben.
      Glückauf fürs kleiner setzen. Das ist ne schwierige Kiste. Es macht meistens leider finanziell überhaupt gar keinen Sinn, eher im Gegenteil. Das Thema haben wir für uns schon mehr oder weniger abgehakt, obwohl ich gerne würde. Aber mir ist das einfach zu teuer. Vielleicht ändert sich da die Lage ja nochmal.

  4. Ich hatte, bis auf Dorf und Boot, einen ähnlichen Lebensgang wie du. Die Stadt, in der ich aufgewachsen bin und aus Gründen 50 Jahre gelebt habe, war mir Imme zu ‚klein‘. Jeder kannte gefühlt jeden und hatte über diese auch immer viel zu erzählen.
    Hätte ich meinen Mann nicht kennengelernt, es hätte mich nach er Ausbildung fortgezogen.

    Nun wohnen wir in zwei Großstädten, beide haben ihren Reiz und nicht Reiz.

    Momentan gefällt mir das so: Alles ist leicht erreichbar und es gibt, so man mag, genug zu tun.

    Dorfleben stelle ich mir in Teilen auch schön vor, aber ich sehe bei einer Freundin, dass das auch sehr einnehmend und auch hemmend ist.

    Wenn wir darüber nachdenken, wo wir im ‚Alter‘ sein wollen, finde ich es schwierig. Denn wie sind wir dann?

    Wäre es nach mir gegangen, dann würde ich am Meer wohnen und hätte prima Infrastruktur in der Nähe. Aber, das ist und bleibt wohl so nicht zu realisieren.
    aus Gründen.

    Und deine Unsicherheit, die kann ich auch nachvollziehen. Ich möchte so nicht fühlen, aber es ist manchmal da. Und das ist nicht schön.

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Oh ja – Altersruhesitz am Meer wäre ein Träumchen. Wird es aber wohl auch bleiben. Für mich ist unser Kompromiss mit dem Teilzeit auf dem Wasser leben schon nahe dran an der Erfüllung dieses Traums. Ich möchte auch nicht dauerhaft so extrem weit weg von den Kindern leben. Da wäre das Vermissen dann doch wohl zu groß.
      Liebe Grüße
      Britta

  5. Wir wohnen am Stadt- und Waldrand. So ist es einfach gut. Habe ich Lust auf eine Metropole, fahre oder fliege ich paar Tage hin. Leben wollte ich auf Dauer wohl nicht dort. Aber auch nicht auf dem Land. Aber die Frage stellen wir uns auch gar nicht.
    Liebe Grüße Tina

    1. Für uns ist der Stadtrand auch optimal. Das Gute am Ruhrgebiet ist so gesehen auch, dass der Stadtrand klar definiert ist. Sehr viel Platz zum ausdehnen der Stadt gibt es nicht. Ein paar Kilometer Land und schon ist die nächste Stadt . Schön, dass Ihr auch so einen guten Stadtrandplatz habt.
      Liebe Grüße
      Britta

  6. Ich bin in der Pampa am Waldrand aufgewachsen. Das nächste Haus war ein Ferienhaus, der nächste richtige Nachbar 1km entfernt, das nächste Städtchen 5km. 3x am Tag fuhr ein Bus – meistens.
    Vermisst habe ich nichts. Im Gegenteil, draußen hatte ich alle Freiheiten und fühlte mich sicher. Ich habe bis heute keine Angst im dunklen Wald.
    Ich bin ein bekennendes Landei. Große Stadt ist toll zum mal gucken, aber nach spätestens 3 Tagen ist mir alles zu viel und ich brauche eine große Dosis Ruhe und Natur um wieder zu mir selbst zu kommen. Von Berufs wegen war ich 2 Jahre in der 60km entfernten „Großstadt“… soweit man das von Kassel behaupten kann. War mir schon zu viel „Stadt“.
    Seit über 30 Jahren lebe ich jetzt mit meinem Mann am Stadtrand. Noch geht es, aber die Stadt kommt immer näher, es wird enger, lauter. Obwohl unser Städtchen mit knapp 18000 Einwohnern wohl eher noch als Dorf durchgeht.
    Eigentlich ist es perfekt – um über’n Zahn zu hängen. Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Innenstadt sind zu Fuß zu erreichen, Vieles lässt sich mit dem Rad erledigen, allerdings ohne Radwege.
    Wir haben ein wunderbares soziales Netzwerk, wohl vor allem weil wir beide hier aufgewachsen sind.
    Man kennt sich – finde ich nicht schlimm. Nachbarschaft funktioniert, Hilfe auch. Tratsch sowieso.
    Für junge Erwachsene ist hier allerdings verendete Hose. Spätestens zur Ausbildung oder zum Studium gibt es hier keine bis kaum Möglichkeiten. Folglich sind auch meine Kinder „ausgewandert“ und genießen Stadtluft – wobei mein Sohn gleich wieder von der Stadt ins nahegelegene Dorf gezogen ist. Man kriegt das Land nicht aus dem Landei.
    Das Thema verkleinern / verändern treibt meinen Mann und mich sehr um – da schrieben wir uns schon mal drüber. Am liebsten wär mir ein Tinyhouse mit großen Grundstück und großer Scheune. Das muss nicht hier sein, aber auf jeden Fall ländlich.
    Wohin die Lebensreise wohl geht? Wir sind gespannt.

    Sei behütet, Du Liebe – wo immer Du auch bist.

    1. Tinyhouse mit großem Grundstück und Scheune – und natürlich der Van vor der Haustür. Das hört sich nach einer guten Idee an. Wobei – wie wir ja schon mal feststellten – die Preise für Tiny Häuser auch eher zum Fußnägel-aufrollen sind.
      Ich glaube auch, dass man Land auf Dauer aus den Landkindern nicht rauskriegt. Eher noch umgekehrt. Von Stadt auf Land.
      Was Du beschreibst, ist natürlich eine echte Gefahr bei der Stadtrandlage. Was heute Stadtrand ist, kann morgen schon mittendrin sein. Das ist allerdings das Gute am Ruhrgebiet. Hier ist nicht mehr viel Platz für die einzelnen Städte zum ausdehnen. Zwischen unserem Stadtrand und den nächsten Stadträndern liegen nur wenige Kilometer. Eher wäre es irgendwann möglich, dass das Ruhrgebiet wirklich nur noch eine einzige Mega-Stadt ist. Aber da hier gerne alle Städte ihr eigenes Süppchen kochen, wird das so schnell wohl nichts werden.
      Ich wünsche Euch, dass Ihr eine gute Lösung für den nächsten Lebensabschnitt findet. Wobei ich glaube, dass es bei Euch auf Ähnliches rausläuft wie bei uns. Das eigene Haus so verändern, dass es die nächsten Schritte gut mitgeht.
      Liebe Grüße meine Liebe !

  7. Liebe Britta,
    trotz aller Nachteile und oftmals stark ausgeprägter Sozialphobie bin ich froh über meinen Standort anner Weser in einem Dorf mit Straßenbahn. So sehr wie mir Menschen mit all ihren Geräuschen und Nebengeräuschen auf den Keks gehen, so wenig stören mich typische Stadtgeräusche. Dafür wohne ich infrastrukturell unschlagbar, im eigenen Haus. Freistehend, d.h. mit ohne Wände mit Nachbarn.
    Allerdings ist es so, dass das Stadtbild (Grüße an Herrn M., schien fast so, als habe er sich hier umgesehen) sich in den letzten 15 Jahren sicher nicht zum Besseren entwickelt hat und darüberhinaus die Kriminalstatistik dieser Stadt enorm hoch ist. Wir haben das Haus dementsprechend nachgerüstet. Und uns Mieter gesucht, damit die Bude in unserer Abwesenheit nicht leer steht.
    Kleiner setzen werden wir uns nun vorerst in unserem Haus mit den vielen Treppen, immer im Hinterkopf, dass unsere vier Elternteile steinalt auf ebensolchen geworden sind. Und wer weiß, was in 10 Jahren ist.
    In die Landluft durfte ich schnuppern – wir hatten ein Wochenendhaus im sehr Ländlichen, wo man prinzipiell seine Ruhe hatte – aber eben auch Sitten und Gebräuche, die man zwangsläufig mitmacht, weil man auf seine Nachbarn angewiesen ist. Dennoch war das nicht meins. Ich suche mir Hobbys und Freundschaften lieber selbst aus.
    Kleinstadtleben habe ich bekanntermaßen im Pfälzischen getestet und das war für mich fürchterlich, zugegebenermaßen aber vor allem, weil ich nicht in Norddeutschland war. Das könnte ich mir zumindest vorstellen.
    Richtige Großstädte wie Hamburg oder Berlin finde ich toll – und bin immer wieder froh, wenn ich zurück nach Hause kann.
    Fazit – wenn in dieser Stadt nochmal jemand zum Aufräumen käme (vorgestern bei der letzten Hunderunde schauten wir z.B. einen Splitternackten in so einer Bank“filiale“
    – also selbstöffnende Automatiktüren vor Geldautomaten. Da fällt einem dann bald nix mehr ein! Und das aus vielen Aspekten betrachtet…), wäre es noch schöner.
    LG
    Marie

    1. Mich haben Großstädte – glaube ich – komplett verloren. Vor ein paar Jahren hatte ich auch noch Freude an Städtetouren, das ist komplett weg im Moment. Vielleicht kommt das wieder, ich glaube aber nicht. Das Unsicherheitsgefühl wird mit zunehmendem Alter ja nicht weniger. Es sind auch nicht die Stadtgeräusche, die mich stören.
      Kleiner setzen im eigenen Haus war ja auch bekanntlich die Option, die wir gewählt haben. Alles andere macht keinen Sinn. Wenn sich diese Lage ändert, würde ich nochmal drüber nachdenken.
      Ich weiß, was Du meinst mit dem Landleben. Auch wenn ich das im pfälzischen nicht kenne ( und auch nicht unbedingt kennenlernen will 😉 ) Aber ich glaube dennoch, dass man im Zweifel auf dem Land eher in Ruhe gelassen und weniger beäugt wird als in einer Kleinstadt. Weil die Landbewohner ja auch viel Wert auf ihre Ruhe legen.
      Liebe Grüße
      Britta

  8. Gebrütig bin ich ja quasi ein Landei. Meine Eltern haben damals noch alles selbst angepflanzt. Abenteuerfeeling: 2 x im Jahr nach Wuppertal Elberfeld fahren Klamotten kaufen inkl. Mittagessen. Ansonsten liebliches Kleinstädtchen-Leben und jeder kannte irgendwie jeden.
    Aber irgendwann kam der Wendepunkt. Genau wie du, zog es mich in die Städte…genauer gesagt nach good old Kölle. Als Azubi habe ich es geliebt.
    Heutzutage zieht es mich nicht mehr dorthin…Großstädte meide ich nach Möglichkeit. Nur hier mal in die Mönchengladbacher Innenstadt zu fahren, kommt Stress auf. Zu viele Autos, zu viele Menschen, zu laut, einfach zu viel von allem. Da lobe ich mir die Stadtrandlage unter Gran Canaria und das blöken der Schafe in der Nachbarschaft.
    Aber Du weisst ja meine Liebe:
    Jeder Jeck ist anders und das ist auch gut so!

    1. Die Butike in Elberfeld – wer kennt sie nicht? Loriot hat sie ja unsterblich gemacht :))
      Köln mochte ich früher auch mal sehr gerne, jetzt war ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr da.
      Eure Stadtrandlage finde ich übrigens auch absolut genial. Nicht nur wegen Gran Canaria. Aber Ihr seid ja auch super zentral. Schnell auch in DDF und vor allem in NL !

  9. Ich glaub es kommt immer drauf an in welcher Lebensphase man sich befindet!
    Aufgewachsen auf dem „Dorf“ (wobei 19.000 Einwohner ja nicht sooo dörflich ist) fand ich es super dort! Viel draußen spielen, auf Bauernhöfen rumgehangen, ausreiten durch Wald und Flur, Hühner im Garten – es war super! Dann als Jugendliche war es auf einmal eng! Man hat zwar alles was man braucht, kann aber nichts unternehmen! Kein Kino, keine Diso, Keine Bars – einfach gar nichts! Mobil war man nicht aber mit der Bahn in 20 Minuten in Dortmund- die Rettung!
    Dann von Anfang 20 bis Anfang 30 in die Großstadt und zusätzlich noch Führerschein! Auf einmal gab es alles und die Welt stand offen!
    Dann aber wurde man „erwachsen“ und das ALLES war auf einmal zu viel…! Ich sehnte mich zurück auf mein „Dorf“ (was ich auch immer als Vorort von Dortmund bezeichne) und bin hier mega glücklich! Wenn man es ganz streng nehmen würde dann wäre ich noch dörflicher noch viel glücklicher aber man muss ja auch ans Alter denken! Irgendwann kann man vielleicht nicht mehr Auto fahren und dann ist es schon gut alles vor Ort zu haben was man braucht! Meine Schwiegereltern sind im Alter ja in die hinterletzte Pampa gezogen weil es so schön ländlich war und standen dann im Alter vor einigen Problemen…! Für mich ist unser Dorf/Vorort einfach die beste Lösung auch wenn ich am liebsten selbst in der hinterletzen Pampa wohnen würde…!

    1. Ach, ich finde, Euer Dorf geht noch irgendwie als Dorf durch. Zumal die Stadt, zu der es gehört, ja auch eher noch zur Kategorie Kleinstadt gehört. Oder eben Vorort von Dortmund, das geht auch als Bezeichnung.
      Ich glaube auch, dass richtiges Dorf super zu Dir passen würde. Aber auf lange Sicht gesehen ist hinterletzte Pampa keine gute Idee. Das ist leider so.
      Von daher – Ihr habt mit Eurer ja recht großen Scholle schon alles richtig gemacht.

  10. Für mich auch eher Stadtrand. Ich wohne in einem Vorort von Kiel. Mit dem Bus kommt man gut dorthin. Unsere Gemeinde ist in den letzten 20 Jahren sehr gewachsen. Hat schon etwas von Kleinstadt. Für mich ist die Infrastruktur wichtig. Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken, Ärzte, Bäcker und Restaurants. Alles da, was man braucht.

    Außerdem sind hier unsere Freunde ansässig. Die Kinder wohnen zwar nicht mehr hier, sind aber mit dem Auto gut erreichbar.

    Liebe Grüße
    Sabine

  11. Liebe Britta,
    danke für den Beitrag und tatsächlich habe ich auch fast alles selbst durchlebt, ausser der Riesenstädte.
    Die Für und Wieder Tabelle finde ich spannend. Allerdings würde ich mich heute für das Dorfleben entscheiden. Die Anonymität würde ich bevorzugen, aber die habe ich aufgrund meines langjährigen Wohnens in einer Kleinstadt auch nicht mehr :P.
    Liebe Grüße!

    1. Liebe Jenny, ,
      Kleinstadt und anonym geht irgendwie selten zusammen. Aber das finde ich auch gar nicht schlimm. Weder in der Kleinstadt noch am Stadtrand noch auf dem Dorf. Wichtig ist ja, dass man sich einfügen kann, ohne seine eigene Sicht der Dinge und seine eigene Lebensweise aufgeben zu müssen.
      Liebe Grüße
      Britta

  12. Schöner Beitrag an dem sich jeder beteiligen kann! Ich selber bin aus meiner Stadt nie raus gekommen. Früher träumte ich davon in Hamburg zu leben. Das hat nie geklappt, vielleicht zum Glück? Ich bin am Stadtrand aufgewachsen, mit Reh und Hase im Garten… Jetzt wohnen wir (wieder) dort und es fühlt sich an wie „Stadt“. Um unser Viertel herum sind so viele neue Stadtteile entstanden, dass wir schon 15 Minuten laufen müssen um echt „draußen“ zu sein. Für manche liest sich das vielleicht immer noch wie Stadtrand 😉
    Ich möchte nicht (mehr) wo anders wohnen, nur kleiner wäre schön. Das wird in den nächsten Jahren umgesetzt. Selbstverständlich träume auch ich von einem kleinen Häuschen in den Dünen oder auf einer ostfriesischen Insel… aber da bin ich realistisch, in diesem Leben wohl nicht mehr. Gruß Angela

    1. Liebe Angela,
      das mit dem sich ausdehnenden Stadtrand ist mir erst jetzt durch die Kommentare klargeworden. Das muss man wirklich mit bedenken, da gebe ich Dir Recht. Im Ruhrgebiet besteht diese Gefahr kaum. Wir teilen uns den Stadtrand mit der nächsten Stadt und das dazwischen liegende Land ist komplett Naturschutzgebiet oder Naherholungsgebiet.
      Das mit dem kleiner wohnen wollen viele, auch wir fänden das gut. Nur mit der Umsetzung ist es immens schwierig aufgrund der Marktlage. Mal sehen, wohin sich das alles entwickelt.
      Liebe Grüße
      Britta

  13. Ich habe gerade in letzter Zeit sehr darüber nachgedacht. Bin ein paar Jahre älter als du und am Stadtrand von Hamburg aufgewachsen. Das war sehr kleingeistig und spießig. Wir sind von unserer Mutter sehr misshandelt worden – alle haben es mitbekommen und geschwiegen. Ich war unendlich froh als ich ausziehen und unterschiedliche Stadtteile ausprobieren konnte. Später lebte ich in Hannover, dann mal ein Jahr in Tokyo. Ich wohne in der Innenstadt und habe nur wenige Tage, die ich anstrengend finde (Hafengeburtstag, Silvester usw.). Aber ich fühle mich witzigerweise immer sicherer inmitten von Großstädten sicherer als auf dem Land oder in Kleinstädten. In letzteren fühle ich mich beobachtet und eigentlich immer unwohl. Für Urlaub okay aber zum Leben niemals. Neulich war ich mit meinem Sohn in Barcelona und anschließend in Puigcerda in den Pyrenäen um dort meine Tochter bei einem Turnier zu treffen. In Barcelona sofort ein „Zuhausegefühl“, im Städtchen eher Unsicherheit. Also ganz anders als bei dir 😊.
    Ansonsten auch immer mehr im Flachland und am Meer, nicht so gerne in den Bergen.
    Viele Grüße
    Gundi

    1. Danke für Deinen interessanten Kommentar 🙂 Das ist wirklich genau umgekehrt wie bei mir. Das bringt mich auf den Gedanken, dass es viel damit zu tun haben könnte, wie man aufgewachsen ist. Du hast schlechte Erfahrungen mit Dorf, Stadtrand gemacht und fühlst Dich in der Stadt sicherer.
      Aber bei den Bergen, bzw. beim Meer sind wir wieder ganz einer Meinung. Das steckt wohl in einem drin 😉
      Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, auch wenn gerade Hafengeburtstag ist und bestimmt arg viel Rummel. Geht vorbei 😉
      Liebe Grüße
      Britta

  14. Liebe Britta,
    Stadt oder Land? Ein sehr breites Thema!
    Ich bin am Nordwestrand von Hamburg aufgewachsen, in Pinneberg, mit 40.000 damaligen Einwohnern auch schon recht städtisch, mit der Metropole nebenan jedoch eher klein.
    Mir ging es gut dort, hatte alles vor Ort, und wenn ich „die Weite“ wollte, war ich in 20 Minuten mit der S-Bahn mitten im Leben.
    Jedoch zog ich fort von dort, erst nach Niedersachsen aufs Land in der Nähe des Steinhuder Meeres, dort lag Hannover dann „großstädtisch“ in erreicherbarer Autofahr-Halbe-Stunde.
    Auch okay für mich und hier kamen die Kinder, fast wie Bullerbü – mir jeder Menge Natur und ungefährdeter Dorflage.
    War klasse!
    Der nächste Schritt war wieder das Land, dieses Mal ab an die Mosel nach Rheinland-Pfalz – wieder ein Dorf, wohl gewählt, mit Kleinstadtbezug nach Bernkastel-Kues und Trier oder Koblenz oder Mainz als größere Stadt in wieder einer Autofahrstunde.

    Nun lebe ich direkt in einer Kleinstadt am Fluss, Traben-Trarbach hat alles, was ich brauche.
    Fußläufig erreichbar die täglich nötigen Dinge.
    Ich habe gut gewählt!
    Und doch zieht es mich häufig raus aus dem Tal, einfach, weil mein innerer Sensor ab und zu VIELE Menschen braucht, um nicht auszulaufen, auch um meine Sehnsucht nach „Mehr“ bzw. „Meer“ zu befriedigen.

    Mein Traum:
    Eine Stadtwohnung „mittendrin“ und ein Landhaus in der Natur oder sehr ländlicher Region.

    Etwas anspruchsvoll dieser Wunsch?

    Nun, ich wachse mit meinen Zielen 🙂

    Herzliche Grüße in deine Welt,
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      das ist eine schöne Vorstellung – in beiden Welten zuhause.
      Ich finde, man kann ruhig anspruchsvolle Wünsche haben. Manchmal sind sie machbarer als man denkt.
      Liebe Grüße
      Britta

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