Entspannt älter werden – wie geht das?

Veröffentlicht am 17 Kommentare zu Entspannt älter werden – wie geht das?
Grafik text: Entspannt älter werden aber wie kommen wir dahin.

Entspannt älter werden? Klingt erstmal gut oder? Aber wie schafft man das? Entspannt älter werden ist ein Leitmotiv meines Blogs. Mir so wichtig, dass ich eine Hauptkategorie des Blogs so benannt habe. Grund genug, um gemeinsam mit Euch in diesem Artikel über diese Frage nachzudenken: Wie schaffen wir es, entspannt älter zu werden? Schwerer getan als gesagt. Fakt ist: jeder will alt werden, aber keiner will alt sein. Ergo: Um entspannt mit dem Alter umgehen zu können, müssen wir es zunächst einmal akzeptieren.

Wie akzeptiert man das älter werden?

Das eigene Alter akzeptieren ist der vielleicht schwierigste Schritt auf dem Weg zum entspannten älter werden. Wie kommt man damit klar, älter zu werden? Die Endlichkeit der eigenen Zeit vor Augen zu haben? Das Verstehen der Zeit, der eigenen Endlichkeit – Blacky Fuchsberger hat das schöne Bonmot geprägt: „Alt werden ist nichts für Feiglinge“ und er hatte damit wahrlich Recht. Hat man diese bittere Pille geschluckt, kommt sofort die nächste Frage: War es das jetzt? Was kann noch kommen? War das schon alles?

Vorschlag: Lassen wir die Frage nach der wie auch immer gearteten Zukunft zunächst beiseite. Stattdessen schauen wir mal gepflegt zurück: Was alles schon war! Wieviel Leben schon reingepasst hat in die Zeit, die bereits vergangen ist. Was wir alles bewältigt und überstanden haben! Enorm viel oder? Mich hat diese Betrachtung dankbar werden lassen. Dankbar für vieles, was war. Dankbar, so weit gekommen zu sein. Und – dankbar für die Jahre, die noch kommen. Geschenkte Jahre mit endlich Freiheit, wenn wir das zulassen. So gesehen, fällt es leichter, folgende Frage zu bejahen:

Wird man im Alter entspannter?

Unweigerlich wird man im Alter zunächst körperlich ruhiger. Alleine, weil die Kräfte nachlassen, man mehr Schlaf, mehr Ruhephasen benötigt. Ob wir die erzwungene Ruhe in Entspannung umsetzen – das liegt an uns. Manche werden sicher auch zunächst innerlich unruhiger. Die Frage „War das schon alles“ kann einen sehr umtreiben. Ich habe mich das auch gefragt. Natürlich. Älter werden ist beunruhigend. Aber – wir können es nun mal nicht ändern. Müssen wir deshalb jetzt Angst davor haben?

Angst vorm älter werden?

Angst ist immer ein ganz schlechter Berater. Sind wir uns einig oder? Meine persönliche Erfahrung war und ist: Ich habe mir sehr bewusst klargemacht, was alles schon war. Welche Fülle von Erlebnissen, wie reich meine eigene Lebensgeschichte bis hierher war. Mit der Rückschau kam die Einsicht: Man wird nicht 50 oder 60 ohne Brüche im Lebenslauf, ohne Krisen durchlaufen und bewältigt zu haben. Ich finde: Daraus lässt sich ein beruhigendes Fazit ziehen: Ja, wir können das, diese Sache mit dem Leben. Und deswegen können wir auch diese Sache mit dem älter werden. Ganz selbstbewusst können wir uns sagen: Na, aber klar doch: das war noch nicht alles.

Auch mit Ü 50 oder Ü 60: Vor uns liegt noch viel Lebenszeit

Liebeleins, überlegt mal. Ich bekomme diesen Sommer die 6 vor die Jahreszahl. 60! Respekteinflößend oder? Wenn ich jetzt überlege, wie es war, als ich 40 wurde – das ist nicht nur einfach so 20 Jahre her. Das ist eine gefühlte Ewigkeit her. Und was sagt mir das? Nicht nur „Boah, bin ichalt geworden!“ Nein, es sagt mir auch: Zwischen 40 und 60 liegen 20 Jahre gelebtes Leben. Prall gefüllte Lebenszeit. Schau ich jetzt nach vorne auf die 80 – kommt mir das kurz vor? Schon irgendwie. Ist aber Quatsch. Denn zwischen 40 und 60 und zwischen 60 und 80 liegen gleich viele Jahre. Zwanzig Jahre. In den letzten 20 Jahren ging unheimlich viel. Und in den nächsten 20 Jahren wird es genau so sein. So nämlich. Aber es gibt einen Unterschied zwischen diesen Lebensspannen.

Älter werden bedeutet Gelassenheit

Zwischen 40 und 60 durchlaufen wir die Jahre, in denen wir am meisten gefordert sind. Wir begleiten unsere Kinder auf ihrem Weg ins Erwachsen werden. Wir begleiten unsere Eltern auf verschiedenen Wegen. Wir stecken mitten im Arbeitsleben. Wir begleiten unsere Kollegen als Team, wir begleiten Kunden. Wen wir selten begleiten: uns selbst. Das aber können und dürfen wir jetzt. Wir wissen, was wir schaffen können. Wir wissen, dass uns nichts so schnell aus der Bahn wirft.

Das Schöne am älter werden

So können wir die Dinge, die wir jetzt noch machen wollen, doch prima verknüpfen: mit den Erfahrungen, die wir gemacht haben. Das gibt uns das Selbstbewusstsein, in erster Linie auf uns zu hören und zu achten. Uns zu fragen, was wir wollen und genauso wichtig: Was wir nicht wollen. Ganz selbstbewusst kann es uns auch egal sein, was andere von uns denken oder meinen, von uns fordern zu müssen. Wenn man diesen Denkprozess hinter sich hat, kann man sich selbst sagen: Och ja, doch. Älter werden kann so entspannend sein. Ehrlich: Das Schöne am Alter ist die Gelassenheit, mit der man durchs Leben geht. Und damit sind wir bei der Antwort auf die Frage:

Wie kann ich entspannt älter werden?

Älter werden darf auch bedeuten: Mehr kann, weniger muss. Ich habe diesen Artikel an Bord geschrieben. Und ich habe viel länger dafür gebraucht als zuhause am Schreibtisch. Nicht, weil das Thema so schwierig war. Nein, weil ich genau das Thema gelebt habe. Ganz entspannt hab ich gebloggt. Beim Bootfahren, beim aufs Wasser schauen klären sich Gedanken. Ideen kommen mit dem Wind und den Wellen angeflogen. An Deck auf die Tasten gekloppt, zwischendurch ein bißchen Hafenkino oder den Gänseblümchen beim Wachsen zugeschaut. So wie der Flusenbär, Von dem wir zwar nicht genau wissen, wie viele Jährchen er auf dem Buckel hat. Aber es sind schon etliche. Und das mit dem entspannt älter werden – das hat er drauf. Meistens. Es sei denn, es könnte Käse abzugreifen sein.

Symbolbild für entspannt älter werden: Unser SEniorhund schaut dem Gänseblümchen beim wachsen zu

Großartig oder? Den Moment und das, was man tut, genießen. Ohne Druck, ohne Stress, komplett frei in der Gestaltung. Für mich ist diese späte Freiheit eine Form der persönlichen Freiheit, die ich vorher nie hatte. Ich liebe diese Freiheit sehr und bin mir sicher, genau das ist der Schlüssel für entspanntes älter werden: Gelassenheit zulassen und Freiheit leben. Freiheit annehmen, Freiheit feiern und Freiheit genießen.

Älter werden ist auch ein Geschenk

Natürlich, nur mit Freiheit olé, olé ist es nicht getan. Gesundheit, finanzielle Umstände, Ernährung, Bewegung, Sport, Schlaf – viele Faktoren spielen eine Rolle und werden zukünftig in meiner Blogkategorie „Entspannt älter werden“ verbloggt. Aber diese Faktoren sind die Schlüssel zu einzelnen Türen. Erst muss man das große Tor „älter werden akzeptieren“ öffnen. Das fällt umso leichter, wenn wir es als Geschenk betrachten. Als verdientes Geschenk für all das, was wir schon geschafft haben.

Und Ihr so?

Wie ist das bei Euch? Habt Ihr die Schleife vom Geschenk älter werden schon gelöst? Welche Pläne habt Ihr? Oder was steht zwischen Euch und der Akzeptanz der neuen Freiheit? Welche Themen treiben Euch da um und worüber würdet Ihr gerne was im Blog lesen und diskutieren?

Von Britta Langhoff

Bloggerin und Autorin

17 Kommentare

  1. Liebe Britta,
    zwei Jahre habe ich noch bis zur 6, ich erwähne sie tatsächlich bereits recht häufig, da sie – aus heutiger Sicht – eine echte Zäsur für mich darstellen wird. Nicht, dass ich groß Angst davor hätte, aber sie wird mich vom „Mittelalter“ in das „Spätsemester“ verschieben.
    Ich weiß noch, wie froh mich damals die 4 gemacht hat, endlich nicht mehr mit den Zwanzig- oder Dreißigjährigen „mithalten“ zu müssen (oder zu wollen?), sondern die Reife und Weisheit von 4 Jahrzehnten zu feiern und auch nach außen zu tragen.
    Was mich in meinen letzten zwei Jahren jedoch besonders betroffen macht, ist tatsächlich die deutlich sichtbare körperliche Veränderung. Weniger die Falten oder grauen Haare, die liebe ich sehr, mehr die nachlassende Kraft und Spannkraft in Verbindung mit den Verschleißerscheinungen.
    Nun, ich muss das akzeptieren, „bin eben keine dreißig mehr“, daran übe ich mich täglich 🙂
    Ich mag deinen Blog sehr, er zeigt: wir Ü50/Ü60 sind nicht allein.
    Danke dafür!
    Gruß Gabi

    1. Liebe Gabi,
      ich hab keine 2 Monate mehr bis zur 6….. Wir werden sehen, ob wir uns daran gewöhnen. Mein Tipp ist, dass wir im Alltagsgeschehen einfach nicht mehr daran denken. Ja, Mittelalter ist vorbei, ich fühle mich auch komisch beim Gedanken an die 6. Ich weiß noch, wie wir den 60sten meines Opas gefeiert haben. Und jetzt bin ich selbst soweit. Unfassbar.
      Die 4 fand ich auch gut, die 5 etwas später dann auch tatsächlich sogar sehr.
      Und ja – das mit der nachlassenden Kraft, das merke ich auch deutlich. Ich hatte 2020 ein Jahr, in dem sehr vieles zusammen kam und ich deutlich über meine Kraft hinausgehen musste. Das hat sehr lange gedauert, bis ich mich wieder danach wieder einigermaßen fit fühlte. Und ich merke, dass ich kontinuierlich daran arbeiten muss. Schleifen lassen kann man nichts mehr. Und man muss wohl akzeptieren, dass man nicht mehr so belastbar ist. Das habe ich verstanden mittlerweile und hab ja beruflich auch die Reißleine gezogen. Ich hätte das nicht mehr gekonnt, vor allem auch psychisch. Ich merke, dass ich mehr Ruhephasen brauche. Körperlich und geistig und nehme mir die auch. Schlaf brauch ich auch jede Menge.
      Ich freu mich, dass Du meinen Blog und die Thematik so magst. ich freu mich, dass wir uns in der Blogosphäre getroffen haben und freu mich auf unseren weiteren Austausch, der mir sehr gefällt.
      Ganz liebe Grüße
      Britta

  2. Moin 🤗
    Ich stimme dir in den meisten Erläuterungen zu, einfach weil es so ist. Wichtig finde ich auch, jeder muss für sein Wohl was tun und nicht auf andere warten und hoffen. So findet man das älter werden auch noch interessanter und ist stolz auf das erreichte. Auch ich, mit meiner 6 vorne, denke an das, was noch kommen mag viel nach. Meine dann, es wird weiterhin alles gut werden.
    Was mich auch interessieren würde, stellt ihr eure Ernährung und Pflegeartikel um? Ändern sich bei euch auch Geschmäcker bei Lebensmittel und Düften?
    GLG Gina

    1. Liebe Gina, danke für Deine Rückmeldung und Dein Lob. Ja, da hast Du Recht. Jeder ist auch selber seines Glückes Schmied. Deine Anregung finde ich großartig. Da habe ich noch nie drüber nachgedacht, aber wenn ich so überlege – doch so einiges hat sich da schon geändert mit dem Alter. Vor allem mein Schlafbedürfnis…. Ich nehm die Idee gerne auf. Ich überlege, ob ich einen Insta Post mache, in dem ich danach frage und mache dann einen Bericht darüber.
      Liebe Grüße
      Britta

  3. Das kann ich alles unterschreiben. Habe ja schon die 6 vorne stehen. Für mich war die 40 schlimmer als die 50. 60 ist nochmal ne andere Hausnummer. Dankbarkeit empfinde ich ebenfalls. Gelassener bin ich als noch vor 20 Jahren. Das hat doch war. Schauen wir also nach vorn. Denn: Wer nicht alt werden will muss früh sterben. Das wollen wir ja auch nicht.

    Liebe Grüße
    Sabine

    1. Die 4 und die 5 fand ich gar nicht so schlimm. Ich fand damals – lang, lang ist’s her – den 25ten furchtbar. Warum auch immer. Danach ging es eigentlich. Jetzt gerade finde ich die 6 auch nicht so dolle, aber viel mehr beeindruckt mich die 3 , die unser Ältester nächste Woche davor kriegt. Das fühlt sich richtig komisch an…..
      Und ja, ich schaue auch gerne nach vorne. Zum jung sterben sind wir eh schon zu alt 😉
      Liebe Grüße
      Britta

  4. Wieder einmal ein sehr schöner Artikel! Wenn ich noch einen Vorschlag machen darf: Du könntest noch auf das Aussehen im Alter eingehen! Wie ist es optisch älter zu werden (nicht dass dich das betreffen würde)?! 😉
    Und ich finde es auch immer interessant wie ältere Leute sich kleiden! Klar darf jeder anziehen was er möchte aber irgendwie sollte es doch schon „angemessen“sein! Man will ja als 70 jährige schließlich nicht im Bauchfreien Top belächelt werden…! Anders herum muss man sich aber auch nicht kleiden wie Omma Krawutschke…! Ich finde meine Mutter hat für ihre 67 Jahre einen sehr guten Kleidungsstil…!

    1. Aber immer darfst Du einen Vorschlag machen ! Finde ich auch ein spannendes Thema, kam ja auch schon in einem anderen Kommentar. Natürlich macht man sich darüber Gedanken. Man will ja – Alter hin oder her – auch gefallen. Sich selbst und auch anderen. Ich halte da ja zu keiner Zeit großartig was von Regeln, aber es wird mit zunehmendem Alter etwas mehr zur Gratwanderung. Ich greif das mal auf, kommt auf meine Themenliste !

  5. Auch, wenn ich auf halbem Weg zur 50 in deinen Augen wahrscheinlich noch ein Küken bin, finde ich das Thema unglaublich vielschichtig und spannend. Vor allem, da wir Frauen uns gerne und viel zu sehr über unser Äußeres definieren (lassen) und sich das ja mit den Jahren ja auch verändert. Meistens juckt mich das nicht und dann gibt es wieder Tage, an denen ich mir nicht sicher bin, ob ich ohne Lifting altern werde – dabei halte ich wenig davon. Dafür genieße ich die Gelassenheit, die sich mit jedem Stück Lebenserfahrung mehr und mehr einstellt. Das Leben mag streckenweise stressig sein – das stresst mich aber nicht mehr so sehr 😉

    1. Schön, dass Du jetzt schon Deine Gelassenheit genießt. Das wird mit jedem Jahr mehr und besser. Wenn es Dich jetzt schon kaum juckt, ob jemand meint, Dich über Dein Äußeres zu definieren, dann wird auch das garantiert mit jedem Jahr noch weniger werden. Und egal, wie Du Dich entscheidest – Hauptsache, DU fühlst Dich damit wohl.

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