Eine Extraseite für Autorin?

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Grafik mit Beitragsbild Ausblick Autorin Britta Langhoff und Hund schauen in welche Richtung geht es

Meine ersten Schritte in die Sichtbarkeit als Britta Langhoff, Autorin: deswegen gibt es diese Kategorie, diese Extraseite Autorin. Ihr mögt insgeheim denken: Jetzt ist sie völlig durchgeknallt. Wisst Ihr was? Das ist ok. Ich verstehe das. Vielleicht würde ich das auch denken. Doch jetzt ist mir das einfach wumpe. Ich höre mal auf mich selbst: Machen was glücklich macht.

Mit Leidenschaft Autorin

Es gibt wenig, was ich leidenschaftlicher tue als schreiben. Ich liebe es, Gedanken in Worte zu fassen und zu bloggen. Genauso wie ich es liebe, Geschichten zu erzählen und auszuschmücken. Ich blogge seit langen Jahren auf verschiedenen Plattformen redaktionell mit mehreren Schwerpunkten. Belletristisch bin ich bisher öffentlich nicht in Erscheinung getreten. Darf ich mich da wirklich Autorin nennen? Klar. So habe ich es für mich beschlossen. Fake it til you make it – ganz social media ist voll davon.

Ich schreibe – also bin ich

So einfach und gleichzeitig so schwer ist das für mich. Ich schreibe, seit ich lesen kann. Schreiben ist mir wichtig. Schreiben ist essentiell, um nicht zu sagen existenziell für mich. Ich rede selten über mich, ich höre lieber zu. Das wird oft geschätzt, das freut mich auch. Ich habe nicht das Bedürfnis, mich in einem Kreis vorzudrängen und ebenso laut wie andere über meine Belange zu reden. Führt dennoch dazu, dass ich mich nicht gesehen, gehört fühle. Hingegen habe ich das Bedürfnis, zu schreiben. Über das, was ich sehe. Was ich höre. Was ich fühle. Mit dem schreiben kommt für mich Klarheit. Über die Dinge, die mich bewegen. Die Dinge, die ich höre, sehe, fühle. Dinge, die mich empören. Dinge, die mich begeistern. Wenn ich schreibe, bin ich verbunden mit mir selbst.

Was habe ich veröffentlicht?

Persönliche Blogartikel, lange Jahre mit dem Schwerpunkt berufstätige Mutter. Nachdem ich mit 58 Jahren in den Ruhestand ging, verlagerte sich der persönliche Schwerpunkt im Blog auf Themen rund um „Älter werden kann auch entspannend“ sein. Ich habe mitgewirkt an verschiedenen Kultur-Plattformen. So für die Literaturzeitschrift, wo ich vielbeachtete Rezensionen zeitgenössischer Literatur geschrieben habe. Für den Kulturblog Revierpassagen habe ich Artikel über Kultur im Ruhrgebiet, Schwerpunkt Literatur und Popkultur geschrieben. Auf diesen Plattformen war es zum ersten Mal so zu sehen: Britta Langhoff, Autorin. Es fühlte sich verdammt gut an. Semi- öffentlich habe ich auch Geschichten aus dem Alltag geschrieben. Erlebnisse, Erinnerungen, Gedanken. Einige habe ich einem kleinen Kreis zugänglich gemacht. Ich habe dafür viel positives Feedback bekommen. „News aus der Bronx“ – „Omma Elsbett“ – erinnert sich jemand? Bestimmt. Wiederlesen nicht ausgeschlossen.

Schreiben trotz Widrigkeiten

Das positive Feedback hat mich bestärkt. Doch ich habe es nicht genutzt. Bis heute. Der Grund waren Hemmschuhe, die ich mir habe anziehen lassen. Desinteresse und abschätzige Reaktionen in meinem Umfeld der eine Hemmschuh. Ein anderer Hemmschuh ganz profan: Keine Zeit, dieses mein Herzensbedürfnis professionell anzugehen. Es reicht, eine berufstätige Mutter zu sein, um keine Zeit zu haben. Kommen dann noch andere Zeitfaktoren wie die Pflege der Eltern hinzu, wird es ganz und gar unmöglich. Aber – ich habe immer, zu allen Zeiten, allen Widrigkeiten zum Trotz weiter geschrieben. Kurzgeschichten. Erlebnisse. Romanentwürfe bis hin zu fast fertigen Manuskripten.

Was schreibe ich?

Vor Jahren hatte ich eine Phase, in der ich Zeit hatte. Die Kinder waren aus dem Haus, ich arbeitete nicht Vollzeit, die Eltern waren noch nicht pflegebedürftig. In dieser Zeit habe ich mich hingesetzt und es einfach versucht. Einen Roman zu schreiben, mir Geschichten auszudenken, mir ein Gerüst auszudenken. Einfach nur, um zu sehen, wie es sich anfühlt. Ob ich mich dem gewachsen fühle. Und? Die Wahrheit ist: selten hat mich etwas glücklicher gemacht.

Dann kam die Phase, in der zeitlich gar nichts mehr ging. Nicht mal mehr bloggen. Berufstätige Mutter, pflegende Tochter – beides in der kritischen Infrastruktur von Big C. Viele klagten über Langeweile, ich hätte viel für auch nur eine Stunde Langeweile gegeben. Die Manuskripte wanderten in die Schublade. Dort blieben sie. Lange Zeit. Manchmal dachte ich an den Kosmos, den ich mir erdacht hatte. An die Charaktere, die dort leben. Ich dachte an sie wie an eine liebgewonnene Erinnerung aus fernen Zeiten. Sie fehlten mir.

Schreiben, weil es mir gut tut

Vor einiger Zeit belebte ich meinen Kosmos wieder. Die Phase, in der ich keine Zeit hatte, war vorbei. Ich trat ein in eine neue Lebensphase. Eine, die ich mir selbst erarbeitet, selbst erlaubt habe. Ich ging mit Mitte Fünfzig in den vorzeitigen Ruhestand und kann seitdem das tun, was ich möchte. Was mir gut tut. Zuerst begann ich wieder mit dem Bloggen. Dann schrieb ich weiter in dem Kosmos, den ich mir damals ausgedacht habe. Mit den Charakteren, die damals zu mir gekommen sind. Ich verwob diesen Kosmos mit dem, was ich in der Phase, in der gar nichts mehr ging, erlebt hatte. Es tat mir gut, es hat mir geholfen.

Auch als Autorin raus aus den Hemmschuhen

Die Lebensentscheidungen, die ich getroffen habe, waren Konsequenzen. Konsequenzen aus der Tatsache, dass Zeit ein wertvolles Gut ist. Ich habe die Hemmschuhe ausgezogen. Ich bin alt genug und mein erklärtes Ziel ist es, entspannt älter zu werden. Meine Schuhe dürfen mich jetzt gerne auf neue Wege tragen. Ich darf und kann mir selbst erlauben, das zu tun, was mich glücklich macht. Meine Manuskripte sind nicht wieder in die Schublade gewandert. All das, was ich geschrieben habe, überarbeite ich derzeit. Ich mag den Kosmos, den ich mir ausgedacht habe, die Charaktere, die zu mir gekommen sind. Ich will sie nicht aufgeben, Ich werde sie nicht aufgeben. Das Ziel ist, sie zu publizieren. Wie – das weiß ich noch nicht. Das wird sich weisen.

Britta Langhoff Autorin sitzt mit ihrem Hund auf einer Stufe und schaut, In welche Richtung geht es

Ausblick in die richtige Richtung

Diese Webseite ist mein erster Schritt in diese Richtung. Es ist das erste Mal, dass ich öffentlich darüber schreibe. Dass ich jemand anderem als dem Gatten davon erzähle. Diese Webseite ist das neue Zuhause meines Blogs. Ein Zuhause, in dem Ihr herzlich willkommen seid. Für mich ist meine eigene Webseite auch meine Plattform im Internet, mich selbst zu definieren. Die Extraseite Autorin wird mir dabei helfen. Mein Wunsch ist es, dass sie sich als Work in progress selbst entwickelt und mir so Wege aufzeigt. Ebenso, wie es oft auch beim Schreiben selbst ist: Manchmal verselbstständigt sich das, was man schreibt und ich bin Autorin und Chronistin in Personalunion. Selbst erstaunt, wie und was sich entwickelt.

Nach den ersten Monaten mit der neuen Webseite hat sich bereits was getan. Auf der Extraseite Autorin gibt es jetzt drei Kategorien. Die Kategorie Autorengedanken, in der ich meine Gedanken über das Schreiben teile. Die Kategorie Persönliches, in der sich Erlebnisse, Momentaufnahmen und Rückblicke mitten aus dem Herz finden. Und die Kategorie Geschichten aussem Ruhrpott, mit Euch zusammen wiederbelebt bereits das Zuhause von unser Omma Trude.

Es wird sich weiterentwickeln und mir zu mehr Selbstbewusstsein als Autorin verhelfen. Einfach sagen zu können: Ja, ich bin’s. Britta Langhoff, Autorin und Bloggerin. Egal, was andere sagen. Egal, wie abschätzig sie das beurteilen. Egal, für wie durchgeknallt und anmaßend sie mich halten. Ich schreibe und ich liebe es. Ich werde diesen Weg als Autorin weitergehen und ich möchte Euch mitnehmen auf diesem Weg. Begleitet Ihr mich dabei?

Schreiben über das Schreiben – Blogparade

Nachtrag: Ich bin nicht die Einzige, deren Autorengedanken sich in diesem Monat um das Schreiben an sich drehen. Anna Koschinski hat zu einer Blogparade aufgerufen. Thema: Schreiben über das Schreiben. Es ist toll zu sehen, wie das Schreiben so vielen so viel bedeutet. Ich bin begeistert. Gerne gebe ich diesen Beitrag auch in die Blogparade. Danke für die tolle Gelegenheit zur Vernetzung.

Von Britta Langhoff

Bloggerin und Autorin

17 Kommentare

  1. Moin Britta 😘
    Ich bin schon stolz wuf dich, du gehst deinen Weg und nicht den, den andere dir aufzeigen. Mach weiter so.👍 Ich lese dich sehr gerne und deine Seite ist bei mir gespeichert.
    LG Gina

    1. Danke Dir, meine Liebe. Das ist gut zu wissen. Das haben mir auch schon einige andere geschrieben, dass sie die Seite gespeichert haben. Einige WordPress Nutzer haben sie auch schon abonniert, diese Funktion klappt also. Dann weiß ich das, dann kann ich mir den Kopf über den Abonnieren Button später zerbrechen…. Liebe Grüße in den Norden.

  2. Find ich richtig cool, dass du diesen Blog gestartet hast. Man merkt sofort, dass du schon lange schreibst und deinen eigenen Stil entwickelt hast.
    Die Frage ist eher „warum nicht eine Seite für die Autorin“. Muss es dafür ein veröffentlichtes Buch geben? Ich denke nein (ich bin trotzdem schon gespannt drauf). Und die vielen anderen Text, Blogbeiträge etc., wer hat die denn geschrieben? Eine Autorin natürlich!
    PS: Danke für deinen Kommentar auf meiner Seite. Dadurch habe ich nämlich deinen tollen Blog entdeckt 😊

    1. Vielen lieben Dank für Deine ermutigenden Worte. Eigentlich hast Du Recht. Von daher: Gut, dass ich eine Seite Autorin eingerichtet habe. Ich freue mich auf ein gegenseitiges Wiederlesen. Ich schaue auch immer gerne bei Dir rein. Wir hatten schon mal miteinander kommentiert bei der Blogparade „Wie bleiben wir in Verbindung“ , da bist Du mir in guter Erinnerung geblieben. Wünsche ein schönes Wochenende ! LG Britta

    1. Danke schön, liebe Sabine. Ich merke tatsächlich, wie die Freude am bloggen hier auf einer eigenen Seite ganz anders wiederkommt.
      Ich freue mich auch darauf, wieder ein aktiverer Part der Blogger-Community zu sein. Liebe Grüße Britta

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