Gelassenheit in unsicheren Zeiten

Veröffentlicht am 18 Kommentare zu Gelassenheit in unsicheren Zeiten
Lies hier, wie Du Gelassenheit in unsicheren Zeiten bewahrst. Was kannst Du kontrollieren, was nicht und was beeinflussen?

Es ist keine schöne Zeit gerade in diesem draußen. Aber es ist unsere Zeit. Fragt Ihr Euch auch, wie man Gelassenheit in unsicheren Zeiten bewahren kann?

Wie bewahrt man seine innere Ruhe in einer chaotischen Welt?

Oft fühlt es sich so an, als wären wir den in der global auf Gedeih und Verderb miteinander vernetzten Welt hilflos ausgeliefert. Machen wir uns nichts vor: Das ist auch so. Viele Faktoren liegen außerhalb unserer Kontrolle.

Wir müssen uns eine entscheidende Frage stellen:

Wie gehe ich mit Angst und Unsicherheit in Krisenzeiten um?

Wenn wir mit dem Boot unterwegs sind, studieren wir die Wetter- und vor allem die Windvorhersagen sehr genau. Am liebsten hätte ich eine 24 Stunden Vorhersage, die mir eine stündliche Auflistung liefert. Auch für den Alltag würde ich mir eine Ruhe vor dem Sturm Warnung wünschen. Um vorzusorgen, noch bevor die Katastrophe da ist.

Um unsere innere Ruhe wieder zu finden, müässen wir Wege finden, mit Angst und Verunsicherung in schwierigen Zeiten umzugehen und mit etwas mehr Gelassenheit durch unsichere Zeiten zu kommen. Es ist auch keinem geholfen, wenn wir alle hilflos in Panikmache verfallen.

Was mir hilft, um gelassener durch unsichere Zeiten zu kommen?

Ihr erinnert Euch an meine 15 harten Lebenswahrheiten, die ich bis 60 gelernt habe? Eine davon war diese hier:

Gelassenheit in unsicheren Zeiten - ich kann einen Sturm nicht beruhigen. Ich kann nur mich selbst beruhigen, bis der Sturm vorbei gezogen ist,

Ja, ich weiß. Das hat was von Fatalismus. Ich verstehe jeden, der das sagt. Ich nehme noch was vorweg: Es heißt, dass der Rückzug ins Private eine Kapitulation der Menschen in schwierigen Zeiten ist. Das glaube ich auch. Nur – das ändert nichts, wenn ich nicht in einer geopolitischen oder machtpolitischen Situation bin, in der ich wirklich was ändern kann.

Gelassenheit in unsicheren Zeiten – wie behalte ich die Kontrolle über mein Leben

Deswegen ist es wichtig, sich auf die eigenen Möglichkeiten zu besinnen. Wir sind verunsichert, weil wir uns Ruhe und Kontrolle über unser eigenes Leben wünschen. Auch wenn wir uns hilflos fühlen, gibt es Bereiche in unserem Leben, in denen wir aktiv am Steuerrad stehen und etwas bewirken können. Zur Stressbewältigung in Krisenzeiten gibt es einen sehr beliebten Spruch:

Akzeptiere, was du nicht ändern kannst. Ändere, was du nicht akzeptieren kannst

Angela Davis, amerikanische Bürgerrechtlerin

Leider stimmt dieser Spruch nicht und ich finde ihn auch überhaupt nicht hilfreich. Denn es gibt Dinge, die liegen weit außerhalb meiner Akzeptanz-Grenze. Ich kann sie aber trotzdem nicht ändern.

Was also tun, wenn die Welt einem Angst macht und man sich nicht auch noch wie der letzte Versager fühlen will, weil man die Dinge nicht ändert?

Deutlich besser als obigen Spruch finde ich das Gelassenheitsgebet für Krisenbewältigung geeignet:

gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

deutsche Übersetzung des sog. „Serenity Prayer“ des Theologen Reinhold Niebuhr

Mir hilft es, innezuhalten und mir klarzumachen, welche Bereiche in meinem Leben ich kontrollieren oder wenigstens beeinflussen kann. Und – welche Bereiche sich komplett meiner Kontrolle entziehen.

Dinge, die ich nicht kontrollieren kann:

  • die Vergangenheit
  • Politische Entwicklungen
  • wirtschaftliche Entwicklungen
  • Weltkonflikte
  • Naturkatastrophen
  • Pandemien
  • das Wetter
  • Gedanken anderer Menschen
  • Verhaltensweisen anderer Menschen
  • Verluste
  • die Börse
  • unvorhersehbare Ereignisse ( Unfälle, Angriffe )

Dinge, die ich kontrollieren kann

  • meine Werte und Ziele
  • meine Grenzen
  • wofür ich Verantwortung übernehme
  • worauf ich mich konzentriere
  • wie ich meine Zeit verbringe
  • mit wem ich meine Zeit verbringe
  • was ich anderen Gutes tun kann
  • Meine Denkweise
  • Meine Art, mit anderen zu kommunizieren
  • Meine eigenen Entscheidungen und Handlungen
  • Mein persönliches Wachstum und Lernen
  • für das Wetter passende Kleidung

Dinge, die ich beeinflussen kann

  • meine Träume zu verwirklichen
  • Gefühle anderer
  • Gesundheit
  • Wohlbefinden
  • Liebe und Partnerschaft
  • meine Energie
  • mein Zuhause
  • Finanzen
  • Die Beziehungen zu meiner Familie, Freunden und Kollegen
  • meine Erinnerungen
  • Die Art und Weise, wie ich auf stressige Situationen reagiere
  • meinen Medienkonsum

Kontrollieren, beeinflussen, akzeptieren – Was lernen wir aus diesen Listen?

Es kann ungemein hilfreich sein, sich klarzumachen, dass wir nicht alles kontrollieren und ändern können. Wenn ich mir aber verdeutliche, was ich beeinflussen und gegebenenfalls ändern kann, fühle ich mich nicht länger hilflos. Aus dem, was uns zur Verfügung steht, können wir das Beste machen und so besser mit den Herausforderungen unserer chaotischen Zeit umgehen. Wenn wir uns klarmachen, was wir tun können und was nicht, finden wir zu einer lebensmutigen Haltung zurück, die uns auch durch diese erschreckende Zeit tragen kann.

Wenn jeder seine eigene kleine Welt besser macht, dann wird die Welt ein besserer Ort. Wenn wir andere damit inspirieren – dann haben wir die Welt verbessert.

Zitat Britta Langhoff, aus dem Jahresausblick

Etwas schicker als ich hat es Gandhi formuliert: Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünscht für diese Welt.

Das ist meine Antwort auf die Frage: Wie finde ich Gelassenheit in unsicheren Zeiten? Ruhe in einer beängstigenden Welt finde ich nur in mir selbst.

Was sind Eure Strategien, um nicht zu verzagen?

Was sonst noch hilft für ein besseres Leben:

Fest steht aber auch: Wir brauchen Mut, um mit diesen Zeiten klar zu kommen. Um einfach weiter zu machen. Umso mehr Mut, je älter wir werden! Aber mutig älter werden kann man üben.

Ich habe Euch eine leichte 7-Tage-Challenge geschrieben, mit der Ihr üben könnt, mutiger zu werden und Euch das Leben zu erobern, das Ihr verdient habt. Hier geht es zur Challenge Neues wagen – könnt Ihr auch gerne offline haben. Wie, das steht im verlinkten Artikel.

Was auch hilft, das Gefühl der Kontrolle wieder zu erlangen: Sich mit seiner finanziellen Freiheit zu beschäftigen. Die fängt nämlich mit dem erste Euro an, den Ihr nicht ausgebt. Ich lege Euch meinen Grundsatzartikel “ unter seinen Verhältnissen leben“ und die daraus folgenden „25 Spartipps für ein leichteres Leben“ ans Herz.

Von Britta Langhoff

Bloggerin, Autorin, Ehefrau, Mutter, Hundemama und Bootsfrau. 60 Jahre alt und stolz darauf. Ich schreibe für Menschen, die mutig und entspannt älter werden. Es ist nie zu spät, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Jetzt haben wir die Freiheit für neue Abenteuer und ganz viel Lebensfreude. Wenn nicht jetzt - dann vielleicht nie

18 Kommentare

  1. Gelassenheit fällt mir im Moment natürlich auch nicht so leicht und das in sämtlichen Bereichen! Das Gelassenheitsgebot fand ich auch schon immer gut!
    Ich persönlich hab mir jetzt erst einmal political detox verordnet!

  2. Mir hilft am meisten frische Luft und ein weiter Blick in die Natur – am besten zusammen mit dem Hund. Und zu wissen, dass mein Mann an meiner Seite ist.

    Sonnige Grüße!

  3. Ich schau was in meiner kleinen Welt möglich ist und mach. Dann fühl ich mich auch gleich nicht mehr ganz so hilflos. Es gibt so vieles was wir tun können.
    Am wichtigsten für mein Seelenheil ist immer etwas haben auf dass ich mich freuen kann.

  4. Mir hilft Ablenkung – im Job oder privat. Meinen Katzen ist das Chaos egal. Die wollen versorgt werden. Raus in die Natur tut gut. Nachrichten nur noch in Häppchen.

    Liebe Grüße
    Sabine

  5. Dinge, die ich nicht ändern kann zu akzeptieren, fällt schon manchmal schwer (vor allem beim Wetter 😉). Es sind so viele Dinge im Argen, dass ich nicht mal wüsste, auf welches ich mich konzentrieren wöllte, könnte ich es ändern. Da hilft wirklich nur noch Gelassenheit und den Fokus auf die eigene kleine Blase zu legen.

  6. Liebe Britta,
    danke für den Beitrag. Es ist wichtig Resilienz zu erlernen und gut für sich zu sorgen.
    Mein Lieblingsspruch ist weiterhin: Gedanken sind keine Fakten.

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