Well-Aging & Selbstfürsorge: Die besten Tipps

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In diesem Artikel erfahrt Ihr 11 Tipps für well- aging - Selbstfürsorge in der zweiten lebenshälfte

Ich bin Team entspannt und mutig älter werden. Vom Jugendwahn habe ich mich leichten Herzens verabschiedet. Das heißt aber nicht, dass ich nun auf der Couch verlottere. Ganz im Gegenteil. Mir Gutes zu tun ist für mich Selbstfürsorge in der zweiten Lebenshälfte. Ich kümmere mich gerne um mich selbst. Nur auf den Anti Aging Reparaturauftrag verzichte ich gerne.

Selbstfürsorge ist kein Pflichttermin auf meiner to-do-Liste, sondern eine liebevolle Haltung mir selbst gegenüber. Auch deswegen begrüße ich den Trendbegriff pro Aging so erfreut. Eng verwandt mit Pro Aging ist der Begriff Well Aging. Solange der blöde Begriff Anti Aging aus dem Sprachgebrauch verschwindet, ist mir auch dieser Begriff willkommen. So willkommen wie Euch hoffentlich in diesem Beitrag meine 11 Tipps zur Selbstfürsorge in der zweiten Lebenshälfte sind.

Darum geht es hier:

Selbstfürsorge in der zweiten Lebenshälfte bedeutet nicht nur, stundenlang im Spa zu sitzen. Well Aging ist das Ja zu uns selbst und unseren Bedürfnissen. Und das Nein zu überzogenen fremden Erwartungen. Best-Ager-Bloggerin Britta Langhoff teilt in diesem Artikel praxistaugliche Tipps und Well-Aging-Impulse für eine erfüllte zweite Lebenshälfte.

Wie man sich in der zweiten Lebenshälfte gut um sich selbst kümmert

Bei Well Aging geht es um bewusstes Älterwerden im Einklang mit dem eigenen Körper. Wir tun genau die Dinge, die unsere Energie aufladen, statt unsere Jahre zu kaschieren und unserer Jugend hinterher zu jammern. Als eigene Wohlfühl-Routine für mehr Freiheit und Raum im Alltag.

Wir heutigen Ü50er und Ü60er sind eine ganz andere Generation als die 50- und 60jährigen vor uns. Wir sind viel selbstbewusster, mutiger und unabhängiger. Meine Eltern und meine Großeltern sind ganz anders mit ihrem Alter umgegangen als ich. Ich kann es in Teilen nachvollziehen, wenn von unserer Generation in dieser Beziehung als Generation ohne Vorbilder gesprochen wird.

Doch zur Wahrheit gehört auch: Unser Körper ist nicht mehr so flexibel und jung wie sich unser Geist fühlt. Deswegen bedeutet Selbstfürsorge in der zweiten Lebenshälfte auch, auf die Signale unseres Körpers zu hören und ihn bestmöglich zu unterstützten. Damit er uns noch lange gut durch unser freies und schönes Leben trägt.

Hier kommen meine Wohlfühl-Impulse für Euch. Für mehr Leichtigkeit, Kraft und Lebensfreude im Alltag:

Selbstfürsorge: Wohlbefinden für den Körper

1.Pflege-Rituale statt Quick-Fixes

Zeigt Eurem Körper und Eurer Haut die Wertschätzung, die sie verdienen. Verwöhnauftrag statt Reparaturauftrag. Selbst die tägliche Pflege kann man in eine wohltuende Auszeit verwenden. Statt im Schnelldurchlauf eine Creme auftragen, nehmt Euch zwei Minuten Zeit für eine Gesichtsmassage. Gönnt Euch schöne Pflegeprodukte, die sich gut anfühlen. Das muss nicht das teuerste sein. Ich bin z.b. ein großer Fan von Dusch-Schaum oder Mousse statt einfachem Duschgel. Ich mag einfach dieses luxuriöse Gefühl von einschäumen statt einseifen.

2. Guter Schlaf als Wohlfühlanker

Guter Schlaf ist kein Luxus, sondern die wichtigste Regeneration für Körper und Seele. Ich höre es von vielen in meinem Alter, dass sie schlecht schlafen. Manche haben es vielleicht in ihren stressigen Jahren verlernt, gut und erholsam zu schlafen. Bei anderen veränderte sich der Schlafrhythmus erst mit Mitte 50 oder Anfang 60. Ich habe früher oft viel zu wenig geschlafen, bis heute habe ich das Gefühl, ich hole jetzt den Schlaf dieser Jahre nach. Mir hat es geholfen, ohne Druck meinen ganz eigenen Bio- und Schlafrhythmus rausfinden zu können. Findet raus, was Euch vor dem Schlafen gut tut. Nehmt Euch Zeit und überlegt, was Ihr an Eurem Bett mögt und was nicht. Ändert das, was Euch stört.

3. Bewegung ohne Leistungsdruck

Auch das wissen wir wohl alle: Wie wichtig Bewegung ist und wieviel wichtiger sie in der zweiten Lebenshälfte wird. Unser Körper wird schneller müde, die Muskeln bilden sich zurück, wir werden weniger beweglich. Ich bin auch beileibe kein Fitness-Freak, ganz im Gegenteil. Ginge es nach mir, wäre das Tippen von Geschichten und Blogartikeln für mich Bewegung genug. Aber es hilft alles nichts. Wenn ich mich nicht bewege, komme ich nicht schmerzfrei durch den Tag. Ganz zu schweigen davon, dass ich auf dem Boot eine gewisse Beweglichkeit brauche. Sonst können wir das vergessen.

Mit dem Fahrrad von Driewegsluis in die Umgebung zum Einkaufen auf Bauernhöfen

Ich habe mir gut überlegt, was mir Spaß machen könnte an Bewegung. Ich gehe ungern spazieren, das macht mir nur Freude, wenn der Flusenbär dabei ist. Spaß machen mir hingegen ausgedehnte Touren mit dem E-Bike und jeden Morgen ein Workout im Youtube-Gym samt Stretching. In der Saison auch bekannt als Steg-Yoga. Dabei mindestens einmal die Woche ein Balance-Workout, um der Gefahr durch Stürzen vorzubeugen. Eine Fitness-Studio oder anderen Sport kann ich mir für mich nicht vorstellen. Aber das muss jeder für sich selbst rausfinden. Probiert Dinge aus. Irgendwas wird schon dabei sein, woran Ihr Freude habt. Hauptsache, es fühlt sich nach Leichtigkeit und nicht nach Leistungsdruck an.

Selbstfürsorge für Deinen Kopf: Me-Time, Inspiration und Alltagslust

4. Baue dir deine eigene Routine – ganz ohne Druck

Jagt nicht der allgemeingültigen Formel für perfektes Well-Aging hinterher. Was mir gut tut, muss für Euch noch lange nicht passen. Nehmt Euch die Zeit und die Freiheit, Eure eigenen Rituale, Eure eigene Routine zu kreieren. Ob es die zehn ruhigen Minuten mit dem ersten Kaffee sind, der Mittagsspaziergang, das Me-Time-Zeitfenster oder alles davon: Eine Tagesroutine, die zu Eurem Legensrhythmus passt, schenkt Halt und Ankermomente im Alltag – und ist einer der wichtigsten Punkte, was glückliche Ruheständler anders machen als ewig grummelnde Fensterrentner.

Aber verplant nicht den ganzen Tag oder Eure Woche. Lasst Euch bewusst Zeit, um Neues zu wagen, um an Eurer Traumerfüllung zu arbeiten. Auch Zeit für Pausen ist wertvoll. Nichts geht über Niksen zwischendurch.

Selbstfürsorge in der zweiten Lebenshälfte - Pausen gehören dazu
Füße hoch und aufs Wasser schauen – für mich die beste Selbstfürsorge aller Zeiten

5. Raus aus der Komfortzone – einfach mal Neues wagen

Ja, ich weiß, an dieser Stelle wiederhole ich mich. Aber mutig älter werden ist eben mein Herzensanliegen. Mit der zweiten Lebenshälfte kommt ungeahnte, wunderbare Freiheit, die wir gar nicht genug würdigen können. Der perfekte Zeitpunkt für kleine und große Mutausbrüche. Es muss auch nicht zwingend der radikale Neuanfang sein – auch wenn es für den nie zu spät ist.

Auch im Alltag liegt die Magie, Neues zu entdecken. Stellt einfach Erlebnisse vor Erwartungen. Erlaubt Euch ganz ohne Leistungsdruck und fremde Erwartungen Neues auszuprobieren und Kreativität zu leben. Probiert ein neues Rezept aus und verändert es nach Eurem Geschmack, kombiniert Eure Garderobe mal komplett anders, dekoriert Eure Wohnung um oder testet ein neues Hobby. Jeder kleine Schritt raus aus der Komfortzone bringt Euch weiter in Richtung erfülltes Leben auch in der zweiten Lebenshälfte.

6. Abtauchen in gute Geschichten

Ich liebe es: die Welt um mich herum komplett vergessen, weil ich in eine gute Geschichte eingetaucht bin. Ein Buch zu lesen, einen Film oder eine Serie zu gucken ist die unkomplizierte Form von Me-Time. Es schenkt unserem Geist die ersehnte Auszeit vom Kopfkino und Alltagsärger, schärft den Fokus und den Blick für das, was es außerhalb der eigenen kleinen Welt noch gibt.

Autorin an Bord Britta Langhoff bei Lektüre des ersten Probedrucks ihres Romans Wer rote Rosen will, muss sie selber pflanzen
Auch wenn ich wegen Hafenkino an Bord weniger lese als zuhause – es gibt keine Zeit in meinem Leben, in der ich nicht lese. Und Ihr vermutet richtig: Hier blättere ich gerade im ersten Print von „wer rote Rosen will, muss sie selber pflanzen“ – meinem eigenen Buch. Die ganzen Post-Its sind für die Korrekturen, die wir bei Durchsicht des ersten Probedrucks gefunden haben.

Selbstfürsorge für die Seele: Innerer Frieden, Grenzen und Selbstliebe

7. Grenzen setzen und nein-sagen lernen

„Nein“ ist ein ganzer Satz. Und gerade in der zweiten Lebenshälfte gibt es eine Menge Dinge, die wir nicht mehr tun müssen. Wir haben keine Zeit und keine Energie übrig, um sie für Dinge zu verschwenden, die sich für uns nicht mehr stimmig anfühlen. Da dürfen wir klare Grenzen setzen. Besser gesagt, wir müssen das. Ein „Nein“ kann das wichtigste „Ja“ zu unserem innerem Frieden sein.

8. Loslassen lernen – mentale Hygiene

Einer der schwierigsten Punkte, die wir in der zweiten Lebenshälfte lernen müssen: Loslassen. Am schwierigsten im Punkt Freundschaften und Beziehungen. Freundschaften verändern sich in späteren Jahren – das ist nicht immer leicht zu akzeptieren. Bewahrt die Freundschaften, die auf Augenhöhe stattfinden und löst Euch aus unguten Beziehungen. Abschiede zu akzeptieren gibt auch Raum für das, was uns wirklich gut tut.

Das gilt im übrigen auch für social media. Nehmt Euch die Zeit und kuratiert Eure Timelines in sozialen Netzwerken ganz bewusst. Hass und Hetze im Netz sind eine reelle Gefahr, vor allem für unser seelisches Gleichgewicht. Ich mag social media immer noch, aber ich versuche, sehr bewusst für mich zu klären, was ich dort will und mache.

Wer los lässt, hat zwei Hände frei. Ausmisten und Raum schaffen tut auch im Wohnumfeld gut. Führt mir hier jetzt zu weit, aber im Artikel über swedish death cleaning habe ich episch erklärt, warum gezieltes Entrümpeln eine Hilfe sein kann, um einfacher und befreiter zu leben.

9. Aktive Selbstliebe – feiert Euch selbst

Wie wäre es mal mit einer Bucket List Reverse? Statt der normalen to-do oder to-want-Liste den Spieß umdrehen und eine umgekehrte Bucket-List schreiben. Einfach mal aufschreiben, was man schon alles gemacht, gelernt und gemeistert hat. Wenn man seine Stärken schwarz auf weiß sieht, fällt es leichter, sich selbst zu loben und sich zu sagen:

ich kann das mit dem Leben, also kann ich auch das mit dem älter werden“

Zu sehen, was man schon alles Großartiges geschafft hat, ist Wertschätzung sich selbst gegenüber.

10. Danke sagen – aktiv Wertschätzung leben

Ein gängiger Tipp für Selbstfürsorge ist das Dankbarkeits-Tagebuch. Ob aufgeschrieben oder „nur“ gedanklich – auch ich nehme mir oft einen Moment Zeit, um mir bewusst zu machen, für welche Dinge – und für welche Menschen in meinem Leben – ich dankbar bin. Warum diese Dankbarkeit nicht mal klar artikulieren, anstatt nur im Stillen ein Tagebuch zu führen. Bedankt Euch aktiv bei den Menschen um Euch herum, die Euch wichtig sind. Ein von Herzen kommendes „Schön, dass Du in meinem Leben bist“ , eine liebevolle Nachricht oder ein anlassloses Geschenk zaubert nicht nur dem anderen ein Lächeln ins Gesicht.. Es stärkt auch das eigene Zugehörigkeitsgefühl und erinnert uns daran, wie wertvoll Beziehungen ist.

11. Investiert in Eure Lebensqualität

Mein letzter Tipp berührt alle Bereiche: Körper, Geist und Seele. Als ich in früheren Jahren noch voll im Stress war, habe ich immer gesagt: „Das Beste, was ich mir für Geld kaufen kann, ist Zeit“ und habe geschaut, was mir das Leben effizienter macht, damit ich mehr Zeit habe für die Menschen und Dinge, die mir wichtiger sind. Dieser Satz gilt heute – in meinen 60ern – immer noch. Aber ich sage jetzt meistens: „Das Beste, was ich mir für Geld kaufen kann, ist Lebensqualität“

Wahre Lebensqualität bedeutet auch in meiner zweiten Lebenshälfte nicht unbedingt die schicke Villa, Designer-Klamotten oder ein schnelles Auto. Mir geht es darum, mir mit dem, was ich zur Verfügung habe, das beste Leben aufzubauen. Das fängt bei mir im Großen an: Ich habe früh in meinem Leben Erwerbsleben gegen Freiheit getauscht. Es geht im Kleinen weiter: Ich erlaube mir, Geld für meinen persönlichen Komfort auszugeben: vernünftige Technik, schnelles Internet, hilfreiche Haushaltsgeräte, das Haus altersgerechter umgestalten, eine gute Matratze, ruhig auch mal Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Solche Dinge halt. Alles, was mir im Alltag Nerven, Zeit und Mühe spart – und mir den Freiraum gibt, mich endlich gut um mich selbst zu kümmern.

Fazit: Die zweite Lebenshälfte gehört uns

Die zweite Lebenshälfte ist die Zeit, die wir uns verdient haben. Sie gehört uns – und natürlich denen, die wir lieben und für die wir da sein wollen. Älterwerden ist nicht der Verlust von Attraktivität oder Energie. Älterwerden ist der Gewinn an echter Freiheit und Nähe. Selbstfürsorge ist das, was diese Freiheit erlebbar macht.

Well-Aging heißt da für mich: Wir kommen in ein Alter, wo Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern eine Lebensnotwendigkeit.

Welcher Punkt auf meiner Liste ist für Euch der wichtigste? Was fällt Euch noch ein, um meine Liste zu vervollständigen? Und – wem möchtet Ihr heute ganz spontan einfach mal „Danke“ sagen?










Von Britta Langhoff

Britta Langhoff ist Expertin für Frauenthemen ab 50, Bloggerin und Autorin von Romanen über Heimat und Neuanfang. Sie schreibt zwischen Worten und Wellen von Bord in ihrer Schreibkajüte, Inspiration für Frauen ab 50 mutig älter werden und Freiheit genießen.

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