Überraschende Vorteile im Ruhestand

Veröffentlicht am 6 Kommentare zu Überraschende Vorteile im Ruhestand
In diesem Artikel erfahrt Ihr die Wahrheit über überraschende Vorteile im Ruhestand. Keiner spricht darüber - wir jetzt schon

Der 60ste Geburtstag ist in Sichtweite oder Ihr habt ihn schon hinter Euch? Noch steckt Ihr im Arbeitsleben, aber der Ruhestand ist nicht mehr weit? Ihr schaut mit Skepsis auf diesen Lebensabschnitt? Dann ist dieser Artikel für Euch! Ich nenne Euch 10 überraschende Vorteile im Ruhestand – aus meiner eigener Erfahrung!

10 unerwartete Vorteile im Ruhestand


Ich bin 61 und seit 4 Jahren im Vorruhestand. Der Ruhestand steckt voller Überraschungen – und viele davon sind besser als in meiner Vorstellung.
Wenn Ihr Euren Ruhestand plant, vielleicht sogar überlegt, ob ein vorgezogener Ruhestand in Frage kommt, zeigt Euch Britta Langhoff, warum dieser Lebensabschnitt der beste Eures Lebens werden kann.

Ich für meinen Teil sage glasklar: Mein Leben wurde besser, als ich aufhörte, zu arbeiten. Ruhestand ist viel besser als sein Ruf. Ich habe auf diese Zeit hingearbeitet und sie mir früh im Leben selbst erlaubt. Ich hatte Pläne, ich hatte Vorstellungen – und doch keine Ahnung.

unerwartete Vorteill im Ruhestand: Reisen außerhalb der Saison
Wir hissen die Flagge für überraschend schöne Momente

Hier erzähle ich von 10 unerwarteten Vorteilen meines Vorruhestands, die ich vorher so nicht auf dem Schirm hatte.

10 überraschende Vorteile im Ruhestand, die sich die meisten Menschen vorher nicht klarmachen

  • Der Druck ist weg. Ihr arbeitet gerne, seid gut im Job, habt ein gutes Standing im Team. Ihr denkt, Ihr werdet all das vermissen. Dachte ich auch. Überraschung: Ich vermisse die Arbeit gar nicht. Im Gegenteil: ich bin im 4ten Jahr Vorruhestand noch erstaunt über meine Erleichterung. Wie stark der Druck wirklich war, unter dem ich stand, habe ich gemerkt, als er weg war. Aber der Kontakt zu den Kollegen? Vermisse ich den? Nein! Aus einigen Kollegen sind Freunde geworden, der Kontakt ist enger als je zuvor. Und definitiv sitze ich mit den alten Kollegen lieber in einer privaten Runde als im Team-Meeting.
  • Der Blick für die einfachen Dinge des Lebens schärft sich. Simple Dinge werden großartig. Weil die Zeit da ist, sie zu genießen. Das fängt mit dem ersten Kaffee am Morgen an, dem gerne ein zweiter folgen darf. Natur genießen, Musik hören, lesen, sich ausgiebig pflegen – das alles muss nicht mehr husch, husch nebenbei stattfinden. Mit der Wertschätzung kommt Dankbarkeit für das, was man hat – und die macht viel zufriedener als jedes Benefit im Job.
  • Ich gebe viel weniger Geld aus als gedacht. Ok, das Reise-Budget in unserem Fall das Boot Budget lasse ich außen vor, das reizt in der Regel jeder Ruheständler aus, den ich kenne. Aber der normale Alltag wird billiger. Keine Fahrtkosten zur Arbeit mehr, weniger teure jobtaugliche Kleidung. Auch das Budget für Lebensmittel passt besser. Mahlzeiten werden in Ruhe geplant und gekocht. Überhaupt schwindet das Interesse an materiellen Dingen in dem Maße, in dem man nicht mehr das Gefühl hat, sich belohnen zu wollen für all den durchgestandenen Stress.
  • Mir geht es mit Anfang 60 gesundheitlich deutlich besser als mit Mitte Fünfzig. Ich bin viel draußen, bewege mich mehr, esse besser, habe Zeit für Pausen und vor allem schlafe ich genug. Mit Grausen denke ich an die Jahre, in denen müde der Normalzustand war. Wir alle wissen, dass Stress krank macht – aber den Umkehrschluss machen wir uns nicht klar: weniger Stress macht gesund.
  • Ihr alleine habt die Kontrolle über Eure Zeit. Ihr seid nicht mehr an Arbeitszeiten und Zeitvorgaben gebunden. Ihr bestimmt selber, wann Ihr was macht. Letztens dachte ich plötzlich während der gepflegt entspannten Hunderunde in der Mittagssonne: vor einigen Jahren lag um diese Uhrzeit noch richtig Stress vor mir. Heute kann ich durch mein Leben schlendern, anstatt zu rennen.
  • Ihr habt Zeit und Muße für alte oder neue Leidenschaften. Ihr könnt das ausleben, was Ihr schon immer tun wolltet. Oder Neues ausprobieren, es wieder verwerfen und das Nächste ausprobieren. Alles kann, nichts muss.
  • Es konzentriert sich nicht mehr alles auf das Wochenende. Die Wochenenden spielen bei uns nur insofern eine Rolle, als dass die Kinder da besser Zeit haben. Ansonsten ist es bei uns so, dass wir vieles lieber unter der Woche unternehmen und es am Wochenende ruhig angehen lassen. Stichwort happy on Mondays.
  • Reisen macht viel mehr Spaß, wenn man nicht an Zeiten gebunden ist. Außerhalb der Saison ist es nicht nur billiger, sondern auch nicht so voll. Vernünftig budgetiert, kann man zudem viel länger verreisen als früher. Nichts mehr mit das Maximum aus 14 Tagen rausholen. Außerdem fährt man erholt in Urlaub. Reisen ist jetzt wahlweise Genusszeit, Erlebniszeit, Abenteuerzeit. Erholen vom Urlaub kann man sich ja anschließend zuhause.
  • Pläne sind dazu da, geändert zu werden. Spontanität ist möglich. Das hab ich früher oft vermisst. Schönes Wetter? Ausflug heute. Lust zu verreisen? Dann los. Ihr braucht Euch in keine Urlaubspläne mehr eintragen, keine Rücksicht auf Dienstpläne nehmen. Und wenn Ihr ganz spontan einen Tag auf der Couch liegen wollt, geht das auch in Ordnung.
  • Es kümmert Euch jetzt wirklich einen Scheiß, was andere von Euch denken und wollen. Man rät es sich und anderen immer, dass man sich von den Erwartungen anderer freimachen soll. Aber das ist im Arbeitsleben nicht so einfach. Man ist abhängig von der Meinung des Chefs und der Kunden. Das fällt alles weg und das Gefühl, frei zu sein von Erwartungen und Meinungen anderer stellt sich ganz von alleine ein.
überraschender Genuss im Ruhestand: Jeden Moment auskosten
im hier und jetzt leben – der Flusenbär hat es drauf.

Warum sprechen so wenige Menschen über die Vorteile im Ruhestand?

Gute Frage oder? In Beitragstitel habe ich etwas reißerisch formuliert: Vorteile, über die keiner spricht. Ist nicht ganz richtig. Untereinander sprechen Ruheständler durchaus darüber. Nach außen eher weniger.

Der Rentner wird heutzutage gerne abgewertet. Ruhestand ist leicht schambehaftet, vorgezogener Ruhestand noch mehr. Wir sollen länger arbeiten, Pflichtdienste leisten usw. Ihr wisst schon. Klar möchte da keiner, dass die wertvolle Arbeitnehmerschaft die positive Wahrheit über den Ruhestand erfährt. Klar zögern manche Rentner da, ihr Glück in die Welt hinaus zu trompeten.

Mir aber egal: Die, die gerade am meisten gegen Rentner hetzen, müssen erstmal die 40 Jahre hinkriegen, die ich gearbeitet habe. Und dabei zwangsweise in eine Kasse eingezahlt, die ich mir selbst nie ausgesucht hätte und die für mich von vornherein ein Verlustgeschäft war. Nur mal so nebenbei bemerkt.

Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, für mutig älter werden zu stehen und hoffe, ich habe mit meiner Auflistung der glücklich machende Dinge im Ruhestand Euch die Bestätigung gegeben für das, was in Euch schon lange unterschwellig arbeitet.

Ihr dürft mir glauben: Ich bin nicht alleine mit diesem Glück und der Empfindung der Vorteile im Ruhestand. Ich kenne nicht wenige Menschen, die der Arbeitswelt bereits den Rücken gekehrt haben. Alle bestätigen die Dinge, die ich am Ruhestand liebe – und Ihr werdet sie auch lieben.

Ruhestand im Blick 90%

Marie fragte neulich in den Kommentaren, wie lange es gedauert habe, bis ich an Montagsmorgens nicht mehr den Gedanken „Beginn der Arbeitswoche“ hatte. Die Antwort ist: Dieser Gedanke war sofort weg und wurde ersetzt durch: „großartig, dass ich nicht mehr arbeiten gehen muss“ und dieser neue Gedanke ist auch geblieben. Das denke ich jeden Montag, manchmal auch schon jeden Sonntagabend – umso mehr, da sich mir so viele Vorteile im Ruhestand erst nach und erschlossen haben.

Mein Fazit zum frühen Ruhestand

Ich schrieb einleitend: Ich hatte Pläne, ich hatte Vorstellungen – und doch keine Ahnung. Die Wirklichkeit meines Vorruhestands hat meine Vorstellungen bei weitem übertroffen. Ja, ich habe auf Geld verzichtet. Geld, welches mir nicht fehlt. Meine größte Dividende ist die Freiheit. Ich bin unglaublich froh, so früh in den Ruhestand gegangen zu sein, wie es irgend ging.

Ausblick auf einen Ruhestand voller guter Überraschungen
Schöne Momente genießen – freuen auf das, was kommt

Und? Geht es Euch jetzt besser mit dem Gedanken an den Ruhestand? Freut Ihr Euch darauf? Oder seid Ihr bereits wie ich im ’nen Scheiß muss ich Modus und kennt weitere überraschende Vorteile des Ruhestands? Kommentare sind offen – ich bin gespannt auf Eure Meinung und Erkenntnisse.

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Von Britta Langhoff

Bloggerin, Autorin, Ehefrau, Mutter, Hundemama und Bootsfrau. 60 Jahre alt und stolz darauf. Ich schreibe für Menschen, die mutig und entspannt älter werden. Es ist nie zu spät, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Jetzt haben wir die Freiheit für neue Abenteuer und ganz viel Lebensfreude. Wenn nicht jetzt - dann vielleicht nie

6 Kommentare

  1. Einfach nur großartig und sooo beneidenswert (du weißt dass ich gönnen kann)!
    Über die Rentner wird wirklich extrem viel gehetzt, vor allem in letzter Zeit! Aber nicht in meinem Universum! Ich habe in meinem Familien- Freundes- oder Bekanntenkreis wirklich niemanden der über Rentner hetzt! Ganz im Gegenteil! Hat es endlich jemand geschafft dann wird das bejubelt und aus vollem Herzen gegönnt! Ich habe in den letzten Jahren halt wirklich alle A*löcher radikal aussortiert und umgebe mich nur noch mit tollen Menschen…!
    Zur Gesundheit: Das glaub ich dir sofort! Mir geht es selbst sooo viel besser seit ich nur noch 3 Tage die Woche arbeite! Einige Monate nach dieser Umstellung hat selbst mein Haarausfall, den ich jahrelang mit unzähligen Mitteln nur mäßig erfolgreich bekämpft habe, einfach aufgehört…!
    Ich kann es nur immer wieder sagen: Du/ihr habt allet sowat von richtig gemacht…!!

    1. In meinem Universum wird auch nicht gehetzt. Aber man kriegt natürlich ’ne Menge aus den Medien mit. Es ist eben auch da immer die Frage, wem nutzt dieses Bashing.

      Ja, Stress kann schon eine Menge gesundheitlich anrichten. Keine Frage. Körper und Geist brauchen Zeit, um sich zu regenerieren. Oft merkt man das auch erst, wenn man diese Pausen dann macht. Man kommt ja nicht so schnell drauf, dass Beschwerden damit zu tun haben.

  2. Liebe Britta,
    in meinem Umfeld gibt es auch kein Bashing, im Gegenteil. Und die, die sich damit in den Medien wichtig machen wollen, kann man eh vergessen, Bundeskanzler eingeschlossen. 😁
    Generell halte ich nichts von Spaltung der Generationen, mir tun auch die Jüngeren leid, wer weiß, was denen noch bevorsteht. Als wir jung waren, hatte ich das Gefühl, dass es kontinuierlich vorwärts geht, alles wurde immer wenigstens ein Stückchen besser. Heute ist es genau andersrum. 🙄
    Zu den erfreulichen Dingen: Ich habe es ja schon mal beschrieben, ich liebe jetzt die Sonntagabende! Früher war der Sonntag nichts halbes und nichts ganzes, ab dem frühen Abend stets der bange Blick zur Uhr, weil du wusstest, dass um 4 Uhr 21 der blöde Wecker blökt.
    Und heute? 23 Uhr? Ach komm, eine Folge der Serie geht noch und dazu ein Glas Rotwein. 😎
    Liebe (und nachdenkliche) Grüße,
    Uli

  3. „Überhaupt schwindet das Interesse an materiellen Dingen in dem Maße, in dem man nicht mehr das Gefühl hat, sich belohnen zu wollen für all den durchgestandenen Stress.“

    Den Worten schließe ich mich unabhängig von Ruhestand, den es hier nicht planmäßig geben wird , an. Im Alltag vermeiden ich Stress. Das spart Geld.

    Habt es weiterhin fein!

  4. Moin 😘
    Jaaa… auch ihr habt es richtig gemacht. Das Rentnerleben ist lebenswert. Man kann den Tag ruhiger angehen und machen was man möchte. Keiner fordert und hetzt einen.
    Hier hetzt, in meinem Umfeld, auchkeiner über das Rentner sein. Man gönnt es einem.
    Sobald das Geld reicht, geht in den Ruhestand und lebt nach euren Wünschen.
    LG Gina 🫶🏻

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