Erik von Blogissimo fragt diesmal in seiner monatlichen Blogparade relevant: Wie gefällt Dir dein Vorname? Spannendes Thema. Ein Name ist ja nicht nur Schall und Rauch und beim eigenen Vornamen hat man naturgemäß kein Mitspracherecht, wie Erik in seinem Aufruf zur Blogparade treffend anmerkt.
Die Sache mit der Namensgebung
Eine Blogparade: Wie gefällt Dir Dein Vorname? Britta Langhoff beantwortet diese Frage. Auch anhand persönlicher Gedanken zur Frage der Namensgebung. Bei Kindern und Romanfiguren.
Wie gefällt mir mein Vorname?
Fall ich direkt mit der Tür ins Haus und beantworte diese Frage mit einem klaren: Gut. Ich mag meinen Vornamen, ich mochte ihn schon immer. Ich bin gerne eine Britta.
Wo kommt der Name Britta her und was bedeutet er?
Britta ist ein vorwiegend im skandinavischen Raum gebräuchlicher Vorname, der eine Zeitlang auch im deutschsprachigen Raum beliebt war. In Deutschland wird er nur noch selten gewählt, in Skandinavien ist er nach wie vor üblich. Der Name ist eine Kurzform von Brigitta/ Brigitte oder Birgitta/ Birgitte. Auch der Name Birgit fällt in diese Reihe.
All diese Namen leiten sich von der Lichtgöttin Brigid ab, welche mit Stärke und Weisheit assoziert wird. Mit einer Frau, die über den Dingen steht.
Ganz unbescheiden: Britta! Die, die über den Dingen steht.
Nehm ich so! Find ich in der Tat nicht unpassend. Stärke brauchte ich mein Leben lang, Weisheit ersetze ich durch Lebensklugheit, die würde ich mir selber auch zusprechen und dass mir ziemlich viele Dinge sonstwo vorbeigehen und ich sehr schwer zu beeindrucken bin – das ist so. Hat aber auch den für meine Mitmenschen angenehmen Nebeneffekt, dass ich nicht urteile oder verurteile.
Gibt es einen Spitznamen für Britta?
Nein. Und das ist auch sehr gut so. Niemand hat sich bisher getraut, mich Britti zu nennen und das ist für alle Beteiligten besser. Auch Britt haben sich alle verkniffen. Britt ist in meiner Altersklasse auch belegt durch die Schauspielerin Britt Ekland. Die war so schön zu ihrer Zeit, da will sich keine Britta mit messen. Mein Vater sagte manchmal Britteken. Das ließ ich durchgehen, weil es naja mein Vater war und es ist so typisch niederrheinisch niederländisch an alles ein „ken“ dranzuhängen „Schätzeken, willst Du noch ein Bütterken“ ist ein für meine Ohren völlig normal klingender Satz.
wie relevant ist ein Vorname?
Eriks Blogparaden laufen unter dem Hashtag relevant. Ich finde, gerade zum Thema Namensgebung passt die Überlegung, wie relevant ein Vorname ist. Macht der Name etwas mit einem oder machen wir etwas mit dem Namen?
Ich habe mich schon immer gefragt, ob unsere Namen unbewusst Einfluss auf uns haben. Jetzt nicht in dem Sinne, dass zu ausgefallene oder zu gewöhnliche Namen eine Bürde sein könnten – dazu später mehr. Sondern eher so in der Richtung, dass viele bewusst oder unbewusst bestimmte Charaktereigenschaften mit manchen Namen verbinden. Ich gebe zu: Ich gehöre dazu, ich mache das. Ob ich das jetzt richtig finde oder nicht, das ist einfach automatisch so.
Sag mir Deinen Namen und ich sag Dir, wer Du bist
Ich habe eine Vorstellung im Kopf, die ich mit manchen Namen verbinde und oft trifft sie zu. So kenne ich keinen einzigen Jan, der introvertiert ist. Ein Jan ist immer laut, fröhlich, abenteuerlustig, manchmal auch frech, er geht auf Menschen zu, er ist jemand, mit dem man gerne zusammen ist, feiert, lacht und bei all den vielen Jans in meinem Leben trifft das komplett zu. Eine Britta ist immer blond, nie richtig zierlich, mit beiden Beinen auf der Erde stehend ( es sei denn, sie ist auf dem Wasser.)
Ich bin mir dennoch nicht sicher, ob mein Vorname meine Vorliebe für Nordisches geprägt hat oder ob umgekehrt mein angeborenes nordish by nature Gefühl dabei hilft, meinen Vornamen zu mögen.
Was habe ich mir bei der Namensgebung für meine Kinder gedacht?
Ich fand die Namensgebung für meine Kinder gar nicht so einfach. Ich fand tatsächlich, dass es eine große Verantwortung ist, einem kleinen Menschlein seinen Namen zu geben. Schließlich muss er da sein Leben lang mit rumlaufen – er wird mit diesem Namen Opa oder Oma! Und – ich bin sicher nicht die Einzige, die dazu neigt, bestimmte Namen mit bestimmten Charaktereigenschaften zu verbinden.
Dazu war es mir wichtig, nicht meinen einen kreativen Moment im Leben an der Namensgebung der Kinder auszuleben. Eine Viktualia Rollgardina hätte eher nicht in meiner Wiege gelegen. Der Name sollte nicht zu ausgefallen sein. Man will ja nicht, dass die Kinder schon im Kindergarten dauernd falsch angesprochen oder gehänselt werden.
Dann wollte ich unbedingt dem damals grassierenden Kevinismus ausweichen – mittlerweile sind übrigens die ersten Kevins und Chantals Großeltern geworden. Weiter wollte ich aber auch nicht, dass es sich in der Kinderstube anhört wie im Dienstbotentrakt der Buddenbrooks.
Letztendlich haben wir es ganz gut gemacht. Auch die Jungs haben Namen mit leicht skandinavischem Touch. Sie mögen ihre Vornamen. Lediglich der Jüngste, der sehr international arbeitet, moniert gelegentlich, dass sein Name im Ausland nicht gebräuchlich sei und nicht zu übersetzen. Das hatte ich bei der Namensgebung tatsächlich nicht auf dem Schirm. Was für Fallstricke da überall lauern.
Fun Fact: Ich war damals für Paul, das hätte auch super zu ihm gepasst. Da konnte ich leider keinen Konsens erzielen. Zweifellos aber wäre das international besser handelbar gewesen. Soll er sich bei seinem Vater beschweren.
Schön, wenn der Vorname zum Nachnamen passt
A propos Fallstricke. Kleiner Pro-Tipp für alle, die das mit der Namensgebung noch vor sich haben: Sprecht den gewünschten Namen laut aus. Mit Vor- und Nachnamen. Jemand mit dem Nachnamen Reich sollte sein Kind eher nicht Frank nennen. Ich mein ja nur.
Ich fand übrigens meine Vor-und Nachnamen Kombi erst nach der Heirat mit dem Captain richtig schön. Ich habe seinen Nachnamen gerne angenommen. Mein Geburtsname war auch nicht wirklich blöd, er hatte sogar einen niederländischem Touch. Aber er fing mit H an und somit waren BH meine Initialen. Das fand ich unglücklich. Und selbst über so eine Kleinigkeit wurde sich in der Schule gelegentlich lustig gemacht.
BL ist da schon schöner, zumal ich in social media daraus „Frau vonBelang“ gemacht habe. Was uns wiederum zu Stärke und Weisheit führt. Und: Langhoff ist ein auch in Skandinavien verbreiteter Nachname. Kreise schließen – kann ich!
Was ich allerdings gerne gehabt hätte, ist ein zweiter Vorname. Britta an sich klingt ja recht hart, gerade auch die Niederländer sprechen ihn noch härter aus als die Deutschen. Da hätte ich ganz gerne einen sanften Übergang wie z.b. Marie gehabt. Alleine für die Sprachmelodie. Und die Initialen. Bei letzterem allerdings nur, solange der Nachname nicht mit W anfängt.
Namensgebung im Romanprojekt
Auch so etwas, was ich beim Schreiben meiner Geschichten vom Deich erstaunlich schwierig fand. Schließlich sind auch die Romanfiguren sowas wie meine Kinder.
Bei manchen Figuren fliegen mir die Namen einfach zu. Schon bei der ersten Skizzierung denke ich: Oh ja, das ist eine typische Lotta. Bei anderen bemühe ich dieses Internet und schaue unter den beliebtesten Vornamen des Jahrgangs. Ganz interessant im übrigen.
Vor allem, weil ich einige niederländische Vornamen brauchte. Eine echte Inspirationsquelle! Eine meiner Hauptfiguren ist Niederländer, er ist der Typ Freund, den sich jeder in seinem Leben wünscht und der zugegebenermaßen in meinem Leben ein bißchen fehlt. Ihm wollte ich unbedingt einen typischen niederländischen Namen geben, aber einen, mit dem auch Deutsche etwas anfangen können. Ja genau! Der Name Jan hätte locker in dieses Anforderungsprofil gepasst.
Resteverwertung und unerwartete Assoziationen
Noch einen Jan wollte ich nicht in meinem Leben, nicht mal einen erfundenen – langsam gehen mir die Zusatzbeschreibungen für Jans aus. Schließlich habe ich mich für Henk entschieden. Guess what? Mittlerweile haben wir in der Nachbarschaft einen Hund, der Henk heißt. Eher ungewöhnlich für einen Hund und auch ein bißchen blöd für meine eigene Assoziationskette. Zum Glück ist der Hund sympathisch.
Zugegebenermaßen habe ich beim schreiben auch sowas wie Resteverwertung betrieben. Mein Hauptfigur heißt Annika, so hätte ich eine Tochter genannt, wenn ich eine bekommen hätte. Und auch ein Paul tobt durch meinen Roman. Womit in diesem Beitrag auch dieser Kreis geschlossen wäre. Sag ich doch – die geborene Kreisläuferin. ( Zwinkersmiley. Manchmal kommt eben die Handballmama in mir durch )
Nomen est omen? Wirklich?!
Namensgebung kann viel schwieriger sein als gedacht. Man kann seinem Kind schon wirklich etwas antun damit. Ein Vorname ist etwas, womit man sein Leben lang rumläuft. Und – bis zum Lebensende ist es etwas, was man noch von seinen Eltern mit sich trägt. Ein Stück Heimat.
Ich für meinen Teil bin sehr froh, einen Namen zu haben, mit dem ich mich gerne vorstelle.
Erzählt mir gerne in den Kommentaren, wie es Euch mit Eurem Vornamen ergeht! Mögt Ihr Euren Vornamen? Oder habt Ihr schon mal überlegt, Euch umzubenennen oder es sogar gemacht? Ich bin gespannt. Falls Ihr den Namen Britta blöd findet, reicht es aber, wenn Ihr das im Stillen denkt…..
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Ja, Jan ist immer fröhlich und Brrridda (so klingt das auf Hamburgisch und ich bekomme Pickel, wenn jemand -ken an etwas hängt) ist wie von dir beschrieben blond und stabil gebaut.
Interessante Blogparade. Klicke mich gerne durch.
Namen international aussprechen zu können, finde ich wichtig. Bei meinen geht das.
Romanfiguren zu“ benamen“, fände ich wahnsinnig schwer.
Paul war Monas Vorgänger.
Was Namen angeht, bin ich ein lebendes Trauma. Ines ist mein zweiter Vorname, den ich seit 2000 nur noch verwende bei Menschen, die mich neu kennenlernen. Vom ersten habe ich die Schnauze voll zu erklären, wie man als Frau so heißen kann, obwohl er schön klingt. Deshalb fand ich früher Unisexnamen furchtbar. Heute würde ich einem Kind selbst einen geben, falls es sich anders zuordnet als die Medizin es sagt.
Spannendes Thema!