Das Schöne an unserer Art zu reisen und zu leben: die Spontanität. Noch kurz vor „Leinen los“ bestand unsere Planung lediglich aus „Wir machen auf jeden Fall noch einen schönen langen Spätsommertörn“ Für mehr hatten wir nach den aufregenden Wochen im Sommer den Kopf nicht frei. Es wurde ein Törn mit dem Boot durch Overijssel – und damit überraschten wir uns selbst. So wirklich hatte dieser lange angedachte Törn dies Jahr nicht auf unserem Zettel gestanden.
Darum geht es hier:
Im August/ September fuhren wir mit dem Boot einen Törn durch die niederländische Provinz Overijssel. Autorin an Bord Britta Langhoff teilt in ihrem Blog Eindrücke und Impressionen dieses Törns und gibt ihre Einschätzung, ob diese Tour lohnenswert ist.
Leinen los – auf dem Weg nach Overijssel
Das niederländische Äquivalent zum Bundesland ist die Provinz. Overijssel ist die an NL-Friesland angrenzende Provinz und von unserem zentral in Friesland gelegenen Heimathafen Heeg eine ziemliche Ecke weg. In den letzten Jahren sagten wir uns des Öfteren: „Irgendwann machen wir auch mal Overijssel“ und dabei blieb es.
Die Idee, es dieses Jahr zu machen kam ganz spontan. Völlig unvorbereitet mussten wir noch Kartenmaterial auf die Schnelle besorgen. Zum Glück kommt man in Heeg für jeden Wassersportbedarf bestens zurecht. Ausschlaggebend war eigentlich die Wetterveräppelungs-App, für Friesland gab es schon wieder Sturmwarnungen für die kommende Zeit. Meine Hoffnung war, dass man in Overijssel etwas gemütlicher touren könnte als bei unserer letzten Spätsommertour. Spoiler: Hat geklappt.
Zunächst aber hieß es am geplanten Abreisetag: Sturm, Gewitter und abwettern. Ebenso spontan wie die Bestimmung unseres Reiseziels legten wir aber nachmittags ab: „Fahren wir eben nur bis Sloten heute“ Hauptsache, schon mal unterwegs.
Die kleinste Stadt der Niederlande – Sloten
Wir waren länger nicht in Sloten und dadurch waren wir für den Charme des Ortes auch wieder empfänglich. Sloten ist ein ganz kleiner Ort, hat aber offiziell Stadtrechte und gehört auch zu den Stationen der berühmten Elfstedenroute. Für Passanten gibt es wenig Liegeplätze in Sloten, die meisten befinden sich etwas weiter weg beim Campingplatz oder außen an den Steigern des Yachthafens. Wir hatten diesmal Glück und konnten einen schönen Liegeplatz direkt im Ort ergattern.
Tjeuker Meer und Insel Marchjepole
Von Sloten aus fuhren wir gemütlich eine landschaftlich schöne Strecke bis mitten ins Tjeuke Meer, Frieslands größtem See. Mitten im Tjeuker Meer findet sich eine der beliebtesten Marrekrite Inseln, die Insel Marchjepole. In der Hauptsaison ist es uns dort immer zu voll. Die Boote stapeln sich, manche Familien und Jugendgruppen verbringen ihren kompletten Urlaub dort und behandeln diesen schönen Fleck nicht immer gut. Jetzt in der Nachsaison war es immer noch gut besucht, aber es ließ sich aushalten.
Die Marchjepole ist von uns aus ungefähr die Hälfte der Fahrstrecke. Von dort fährt man bis Echtenerbrug, dort an der engen Brücke ist in der Regel viel Betrieb. Wir kamen aber ganz gut durch. Danach ist die Strecke irgendwas zwischen super langweilig und sehr idyllisch. Kurz hinter der Schleuse Driewegsluis beginnt die Provinz Overijssel. Eigentlich hatten wir den gleichnamigen Passantenhafen angepeilt, waren aber zu schlicht zu dumm, diesen zu finden.
Dafür lag ein anderer sehr kleiner idyllischer Hafen auf unserem Weg. Dort verbrachten wir die erste Nacht in Overijssel. Dieser Hafen war nirgendwo eingezeichnet, er verfügt auch nur über knapp 20 Liegeplätze und 3 Passantenplätze. Dafür aber über eine riesige Wiese, super gepflegte Sanitäranlagen und sehr nette Anlieger und Besitzer. Übrigens auch mit Wo-Mo möglich. Wir haben uns dort sehr wohlgefühlt, wenngleich es sehr mückig war.
Angekommen in Overijssel – Provinz der Brücken und Schleusen
Overijssel ist eine ganz andere Provinz als Friesland. Auch bootfahrtechnisch. Für Segler ist die Provinz wenig geeignet, man sieht auch sehr selten einen. Einen großen See haben wir nur einmal gekreuzt, in der Regel befährt man Flüsse und Kanäle. Mal mehr, mal weniger idyllisch. Immer aber mit vielen Brücken und Schleusen. Die selten so zügig geöffnet werden, wie wir das von Friesland gewöhnt sind. Wir verbrachten eine Menge Zeit vor Brücken und Schleusen. Für jede Strecke, die man sich in Overijssel vornimmt, immer gut und gerne ein Stündchen für Wartezeiten einplanen! Ganz wichtig.
Nationalpark Weerribben – Wieden und die Kalenberger Gracht
Stets präsent in Overijssel ist der Nationalpark Weerribben-Wieden, ein riesiges Flachmoorgebiet. Teiche, kleine Seen und Grachten wechseln sich ab mit Sumpfwäldern und Heuwiesen. Mit einem Boot unserer Größe kann man die Schönheit und Vielfalt nur erahnen. Wir waren froh, diesmal das Fahrrad eingepackt zu haben.
Die Kalenberger Gracht – Pflichtprogramm in Overijssel
Ziemlich bekannt – und ein beliebtes Fotomotiv in Reiseblogs – ist die Kalenberger Gracht, auf deren Durchfahrt ich sehr gespannt war. In Summe konnte sie meine Erwartung nicht erfüllen. Mir fallen einige mindestens ebenso idyllische Wasserwege ein. Schön war es natürlich trotzdem. Zur Sicherheit bin ich die Kalenberger Gracht zwei Tage später nochmal mit dem Fahrrad abgefahren und sah das, was man bei der Bootsdurchfahrt nicht sieht. Den Schilderwald: „Privat“ „kein öffentlicher Garten“ “ bitte keine Blumen pflücken“ usw. Wie war das mit „Jedes Schild hat seinen Grund?“
Was uns ebenfalls enttäuschte in Overijssel: Die vom Overijsseler VVV vielfach angepriesenen Naturanleger. Ich will nicht undankbar sein, ich weiß es sehr zu schätzen, wenn uns Bootsmenschen die Möglichkeiten gegeben wird, in der Natur anzulegen und dort autark zu liegen. Aber wenn man die Marrekrite-Anleger in Friesland gewöhnt ist, dann findet man die schlecht gepflegten, schlichten Anleger in Overijssel doch ausbaufähig. Meistens sind es nur ein paar in Wiesen getriebene Holzpflöcke, an denen man sein Boot festmachen kann. Leider oft auch direkt an Straßen.
Erster Höhepunkt in Overijssel: Blokzijl
Für mich eindeutig der schönste Ort in der Provinz Overijssel: Blokzijl. Der kleine Ort ist eine ehemalige Festungsstadt, früher war er die Verbindung zwischen den an der Ijssel gelegenen Orten und der Zuiderzee, somit ein wichtiger Handelspunkt in den Niederlanden. Der Ort führt einen zurück ins 17. Jahrhundert, er ist unglaublich gut erhalten. Der historische Hafenbereich steht unter Denkmalschutz. Was bei den pragmatischen Niederländern nicht heißt, dass er nicht genutzt wird. Auch Besuchern steht er offen.

Der alte Hafen und die Schleusenanlage sind demnach auch die Hauptsehenswürdigkeiten in Blokzijl. Direkt an der Schleuse ist ein berühmt/berüchtigtes Café, vor dem viele Skipper richtiggehend Angst haben. Das Café de Sluis: wirklich immer vollbesetzt mit „die besten Skipper kommentieren von Land!“
Der Schleusenwärter ist sich seiner Hauptrolle im Schleusenkino sehr bewusst, mit Verve und großen Gesten ist er der Dirigent des Geschehens. Zudem scheint er ein Faible für Tetris zu haben und spielt das auch gerne mit Booten. Auch wir fanden uns nach langem Warten in einer vollbesetzten Kammer wieder. Ging aber alles glatt. Wenn man davon absieht, dass der Flusenbär noch am Warteplatz kurz davor war, auf die gut erreichbare Mauer zu springen und schon mal an Land zu gehen.
Wenn man mit seinem Boot im alten Hafen von Blokzijl liegt, hat man nicht nur Hafen- und Schleusenkino den ganzen Tag. Sondern man ist auch Teil der Kulisse. Konnten wir gut mit leben. Andere Touristen müssen sich eine Bank am Kai oder einen Platz in einem der Cafés des Ortes sichern, wir hatten den ganzen Tag Premiumplatz. Wir haben noch nie in einem derart schönen Hafen gelegen und ich hätte den ganzen Tag mit gucken verbringen können. Wir blieben vier Tage in Blokzijl, einen davon zum abwettern. An den anderen Tagen erkundeten wir den schönen Ort, ich nutzte zudem das Fahrrad für die Touren durch die Weerribben-Wieden und die Kalenberger Gracht.
Was man als Bootsmensch über den Hafen von Blokzijl wissen sollte: Der Ort ist nach wie vor gezeitengängig, man liegt an Schwimmsteigern. Das hätte ich vor dem Anlegemanöver gerne gewusst. Was ich hingegen vorher schon wusste: Die – ordentlichen und modernen Sanitäranlagen – sind nicht am Hafen, sondern in einem großen Gebäude im Ort. Das ist ein ordentlicher Fußmarsch weg, schon fein, wenn man ein Fahrrad dabei hat, mit dem man zum Duschen fahren kann.
Mit dem Boot von Blokzijl nach Giethoorn
Nach 4 Tagen sagten wir dem schönen Blokzijl tot ziens. Unser guter Schleusenblick war von Vorteil. Das Ablege- und darauffolgende Schleusenmanöver konnten wir gut timen und hatten keine lange Wartezeit. Von Blokzijl aus fuhren wir einen langen Schlag durch den Nationalpark und einen erstaunlich großen See nach Giethoorn. Obwohl sich das Wetter unterwegs verschlechterte, war dies landschaftlich die abwechslungsreichste und schönste Strecke unseres Törns. Wenn auch nicht immer ganz leicht zu navigieren. Von Betonnung halten sie viel in Overijssel, von Beschriftung der Tonnen eher weniger. Da wir altmodisch mit Karten navigieren und die Route eine versteckt liegende Spitzkehre hatte, war das ein bißchen tricky.
Giethoorn: Mein lieber Herr Gesangsverein!
Ich sach ma so: Wenn es nicht auf unserer Route gelegen hätte, wären wir dort nicht extra hingefahren. Soviel wusste ich vorher schon. Unsere Ansage an uns selbst war: Wenn wir im Passantenhafen von Giethoorn einen Platz bekommen, dann bleiben wir dort. Sonst nicht. Angenehme Überraschung: Wir bekamen nicht nur noch einen Platz, sondern waren auch sehr angetan davon. Was daran lag, dass der Hafen außerordentlich schön und gepflegt ist. Und erstaunlicherweise nicht teurer als in den anderen Häfen.
Im Giethoorner Hafen wetterten wir erstmal einen Tag ab. Nicht schlimm. Erstmal die Blokzijler Eindrücke sacken lassen und die lange Fahrt von dort, bevor wir aufnahmebereit für Giethoorn waren. Der unbestritten schöne Ort Giethoorn ist das erwartete Beispiel für Overtourism. Sozusagen ein lebender Vergnügungspark. Genau das, was manche Blogger auch für den schönen Ort Dinant in Belgien prophezeien, den wir im Januar besichtigten.
Giethoorner Bürger kamen vor etlichen Jahren auf die folgenreiche Idee, ihr kleines zweifelsohne sehenswertes Dorf als „Klein Venedig“ auf einer Tourismus-Messe in China zu bewerben. Der Rest ist ein Lehrstück von „die Geister, die ich rief!“

Noch sind es vorwiegend Touristen aus Fernost, die mit Bussen angekarrt den kleinen Ort tagsüber überschwemmen. Auf diese hat man sich überall eingestellt, gerüchteweise ist die Infrastruktur des Ortes auch großteils in der Hand asiatischer Investoren.
Zu den Touristen aus Fernost gesellen sich zunehmend auch Touristen aus Nahost, gerne in landestypischer Tracht. In Giethoorn nur echt mit „I love Holland“ Tasche über der Niqab. Mein Eindruck: sich auf diese Klientel einzustellen, das müssen sie noch lernen in Giethoorn. Als geübte Ruhrpott-Lady war ich weniger geschockt als genervt. Meine persönliche Hauptsehenswürdigkeit: Die hochkonzentrierten, sehr gestressten Gesichtsausdrücke erstmaliger Hobby-Kapitäne, die versuchten, durch die Grachten zu manövrieren. Dort zugucken lässt sich am ehesten mit Zuschauen beim Autoscooter vergleichen.
Nachfolgend Giethoorn-Eindrücke aus der Rubrik: Internet Hochglanz versus Reality
Man beachte: Wir waren in der Nachsaison dort! Ich möchte gar nicht wissen, wie es dort in der Hauptsaison ist. Ich will Giethoorn nicht madig machen, aber ich würde schon raten: Wenn Ihr Giethoorn unbedingt sehen wollt, plant weise. Am besten mit Übernachtung in den nahegelegenen Weerribben-Wieden und der Möglichkeit, morgens oder abends den Ort zu erkunden. Alles andere ist einfach nur – voll, voller, Giethoorn.
Kontrastprogramm in Steenwijk
Dennoch blieben wir auch in Giethoorn mehrere Tage. Der etwas außerhalb gelegene Hafen war wie gemacht zum ausspannen und auch die Umgebung war schön. Mit Giethoorn hatten wir die Hälfte unserer Rundreise hinter uns. Von dort aus befuhren wir die Hauptwasserstrasse Overijssels, die uns langsam auch wieder Richtung Friesland führte.
3 Stunden und 5 Brücken später waren wir im größeren Ort Steenwijk – dort war es angenehm unspektakulär und normal. Wir bekamen einen Platz im Stadthafen Steenwijks und blieben auch dort über Nacht. Der Stadthafen, der eigentlich ein Stadtkanal ist, wird durch eine feststehende Brücke geteilt. Für Boote mit einem höheren Aufbau wie unseres bleibt nur der hintere Teil mit wenig Platz. Aber wir hatten Glück.
Der zweite Höhepunkt des Overijssel-Törns: die Hafenanlage Driewegsluis
Das Beste kommt zum Schluss. Von Steenwijk aus ging es natürlich brückenlastig bis zurück nach Ossenzijl. Der kleine Ort ist ein Wasserstraßen-Drehkreuz und hat außer Häfen und Zweitwohnungssiedlungen noch zwei bei Bootskennern bekannte Werften zu bieten. Diesmal kamen wir dort recht gut durch die enge Brücke ( Bilder oben) und waren somit am Ende der Rundfahrt. Ab hier würden sich die Wege wiederholen. Eine gute Gelegenheit, noch einmal Ausschau nach dem Passantenhafen „Driewegsluis“ zu halten, den wir auf dem Hinweg verpasst hatten.
An der Dreiwegeschleuse kommen drei niederländische Provinzen zusammen: Overijssel, Drenthe und Friesland. Die alte über 100 Jahre alte Schleuse ist schon in den siebziger Jahren ersetzt worden, ist aber gut erhalten. Für Notfälle und als Sehenswürdigkeit. Besagter Passantenhafen liegt sehr versteckt an einer kleinen Insel, die rund um die alte Driewegsluis angelegt wurde. Um dort mit dem Boot hin zu kommen, muss man hinter die Poller der neuen Schleuse fahren und dann in einen kleinen Kanal abbiegen. Sehr ungewöhnlich. Vom Gefühl her ist das eher eine „bloß da nicht fahren Area“ Mutig wagten wir uns hinter die Poller und siehe da:
Der Passantenhafen Driewegsluis. Und – wir waren schockverliebt. Eine sehr gepflegte, gar nicht mal kleine Anlage mit Innenhafen und Liegeplätzen rund um die Insel. Plus Wo-Mo-Stellplatz, Spielplatz, gepflegten Sanitäranlagen und einem sehr einladenden Restaurant. Die kleine Insel ist ein beliebtes Ausflugsziel, über mehrere Brücken kommt man problemlos auch ohne Boot dorthin.
Wir waren begeistert und planten spontan die letzte Etappe unseres Spätsommertörns um. Anstelle eines Zwischenstopps in Frieslands machten wir einfach ein paar Tage Urlaub an der Driewegsluis. Wir genossen die Umgebung, ich machte eine kleine Lecker an Bord Tour und wir testeten das wirklich gute Restaurant.
Tot ziens Overijssel – zurück in Friesland
Streng genommen ist man auf dem größten Teil der Driewegsluis-Insel schon wieder in Friesland. Für uns war es trotzdem die Überraschung der Overijssel-Tour. Von dort fuhren wir nach Heeg in einem Schlag zurück. Auch um zu gucken, wieviel Zeit wir genau auf der kürzestmöglichen Strecke brauchen. Es waren etwas mehr als 4 Stunden. Gut zu wissen. Somit können wir problemlos diesen tollen Hafen an der Dreiwegeschleuse in unser Repertoire wiederkehrender Törns aufnehmen.
Der Overijssel-Törn – unser Fazit
Unser Fazit fällt gemischt aus. Für Menschen, die das Leben und Reisen auf einem Boot erst kennenlernen wollen, würde ich diese Provinz nicht empfehlen. Da ist und bleibt Friesland mit seiner auf Bootsmenschen ausgerichteten Infrastruktur einfach unschlagbar. Für Bootsmenschen wie uns, die in Friesland schon alles kennen, ist es definitiv eine Empfehlung. Der Törn war in großen Teilen sehr schön, in manchen Teilen immerhin eine Erfahrung.
Was wir auf dem Overijssel-Törn gelernt haben:
Vor allem zig verschiedene Arten in einem Hafen zu bezahlen. Von der Yachthafen-Karte bis zur „In-und Uit App“ über QR Code Scanning bis hin zum ganz normalen Hafenmeister-Abkassieren war alles dabei.
Was wir erneut gelernt haben:
Wieviel Arbeit darin steckt, wenn man unbekannte Routen fährt. Wie schwierig es sein kann, wenn die Infrastruktur für Bootsreisen nicht so großzügig ist wie in Friesland: „haben wir noch genug Wasser und wenn nein, wo ist denn hier eine Wassertankstelle“ war die Dauerbrenner Frage auf diesem Törn.
Was wir auf diesem Törn zum ersten Mal gemacht haben:
Schleusen mit unserem Boot. Und das gleich mehrmals. Vor allem ich hatte Schiss davor, weil unser Boot keine mittlere Klampe hat, sondern nur vorne und hinten. Einer alleine kann also die Leinen nicht halten beim Schleusen. Die Schleusen in Overijssel haben keine besonders große Hubhöhe, sind also ideal zum üben. Aber letzten Endes: Es hat gar nicht weh getan und wir waren auch stolz auf uns.
Was ich als besonders segensreich empfand:
Wir hatten kein Zeitlimit. Wir konnten dort bleiben, wo wir wollten und vor allem wie lange wir wollten. Ich habe in der Blogparade „Ein Tag im Jahr“ u.a. auch beschrieben, wie aufwändig An- und Ablegemanöver sind. Ein Boot parkt man nicht mal eben so ein oder aus wie ein Auto. Und: Wir mögen es auch, einen Ort richtig kennenlernen zu können und zwischendurch Zeit zu haben, um Eindrücke zu verarbeiten. Wenn wir nur eine bestimmte Anzahl von Tagen unterwegs sein können, sind uns viele verschiedene Ziele oft zu viel. Auch deswegen wurde die Overijssel-Tour immer wieder aufgeschoben.
Sehr viel Neues erlebt und erfahren
Alles in allem war es ein toller Törn. Noch nie waren wir mit dem Boot so weit weg von Heeg. Wir haben viel Neues gesehen, einiges Neue erfahren und sind um viele Eindrücke und einige Erlebnisse reicher. Im letzten Jahr, dem irgendwas ist immer Jahr, hatte ich mir das dringend gewünscht: Wenigstens einen Ort, an dem wir noch nie waren. In diesem Jahr war dieser Wunsch nach den Reisen in der Wintersaison bereits in Erfüllung gegangen. An Aufregungen war mein Bedarf nach diesem Sommer auch eigentlich gedeckt. Und es ist durchaus aufregend, soviel Neues bewältigen und erfahren zu dürfen. Da wir aber viel Zeit hatten und uns diese auch für alle Orte nahmen, war die Balance da.
Ob wir diesen Törn so nochmal wiederholen würden, kann ich nicht sagen. Für diese Tour hat man auch wegetechnisch nicht ganz so viel Auswahl. Eine Rundtour fährt man erst ab Ossenzijl, die Strecke bis dort wiederholt sich auf jeden Fall in großen Teilen. Und diese Strecke war lang und nicht besonders interessant. Zwei Orte ließen wir aus auf diesem Törn: Zwartsluis und Vollenhove. Wollten wir eigentlich. Aber der Fehler lag im eigentlich. Zum einen war eine wichtige Brücke/ Schleuse gesperrt, hinter Vollenhove wäre Schluss gewesen. Und in Vollenhove war zu der Zeit ein Blumenfestival. Sicher schön, aber leider auch verbunden mit Sperrungen. Man muss sich ja auch noch was aufsparen, falls wir nochmal nach Overijssel fahren.
Und für den Fall, dass wir auf die Idee kämen, die Randmeere1 zu befahren, kennen wir zumindest schon einen Teil der Route, die dorthin führt. Giethoorn würde ich nicht nochmal machen. Es sei denn, es läge auf dem Weg und wir wünschen uns einen tollen Hafen zum ausruhen, dann würde der Hafen mich wiedersehen. Aber nur der.
Wer sich für detaillierte Angaben zu den Häfen und Routen interessiert, das habe ich in die Instagram Posts eingebaut. Hier in diesem Blogbeitrag wird es nächste Tage noch einen FAQ Block geben.
- Das sind die Seen, die zum Ijsselmeer führen wie das Veluwemeer, das Marker Meer, Ketelmeer und noch einige mehr ↩︎
Und hier geht es zu den aktuellen Beiträgen
- Mit dem Boot durch OverijsselMit dem Boot durch Overijssel – unser Spätsommertörn
- Ein Tag im JahrDie Geschichte eines Tages: so war mein 27. September 2026. Blogparade Ein Tag im Jahr
- Sommerliche Zugabe – so war der SeptemberWas bitte war das für ein toller Monat? Der Sommer gab einen großzügigen Nachschlag. Wir genossen ihn an Bord am Ijsselmeer.
- Warum ich kein Coaching anbieteCoachings und Lebensberatung boomen, doch auf meinem Blog wirst du keine Kauf-Buttons dafür finden. Warum ich mich bewusst gegen Beratungsangebote entscheide.
- 12 von 12 September 2026 – oh wie schön ist..Zwischen den Törns – das 12 von 12 im September mit festem Boden unter den Füßen. Oh wie schön ist…..















































































































