T.G.i.F. – Wasserstandsmeldung

Veröffentlicht am 24 Kommentare zu T.G.i.F. – Wasserstandsmeldung

Tach auch Liebeleins! Ganz ausnahmsweise gibt es ein TGIF Lebenszeichen. Ich melde mich zurück aus dem Krankenhaus. Die zickige Galle hat sich aus meinem Leben verabschiedet. Alles ist wie erhofft gelaufen.

Vielen lieben Dank an die erprobten Daumendrücker und für all die lieben Genesungswünsche, die mich auch hier im Blog und via Mail erreichten. Das berührt mich tatsächlich sehr und hat mir außerordentlich gut getan. Es ist mir wichtig, Euch das zu sagen. Daher auch die

Wasserstandsmeldung am TGiF

Es konnte minimalinvasiv operiert werden, Beschwerden und Schmerzen sind auch eher im Minimalbereich. Ich bin Montag planmäßig als Erste drangekommen und war abends schon wieder recht gut auf den Beinen. Bewegung war ausdrücklich erwünscht.

Am Dienstag morgen kam eine liebe Freundin zu Besuch und mit ihr habe ich mich direkt getraut, eine Runde um den angrenzenden Ententeich zu laufen. Es gab sogar eine formidable Rentnerbank, auf der wir beiden Ollen dann eine schöne Stunde in der Sonne verquatscht haben. Mittwochs war man dann soweit zufrieden mit mir und entließ mich in die aufmerksame Obhut von Dr. Fussel.

Der Flusenbär lässt mich nicht aus den Augen. Für eine Pupsorgie beim Wiedersehen hat es aber nicht gereicht. Zwei Nächte waren wohl aushaltbar.

Die zickige Galle hat sich also verabschiedet und ich bin froh, das hinter mir zu haben. Im Gallengang waren tatsächlich schon wieder jede Menge Steine, die ich kruderweise als Souvenir nach der OP überreicht bekam. Man ahnt es nicht! Leute! Steine aus echter Ruhrpott-Mädchen-Galle. Am erschreckendsten daran war nicht nur die Menge, sondern vor allem, wie groß die Dinger waren. Von daher – weg mit Schaden. Halleluja. Ich hab sie fotografiert, weiß aber nicht, ob ich dieses Foto unbedingt in meinem Blog haben will…

Definitiv bin ich sehr froh, jetzt zuhause zu sein und mich dort vernünftig ausruhen zu können. Wenngleich ich zugeben muss: Ich gehöre zu denen, die unbewusst eine Entlassung aus dem Krankenhaus mit „wieder gesund und fit“ gleichsetzen. Auch nicht gerade förderlich, dass ich eher zu der „Nur die Harten kommen in den Garten Fraktion“ gehöre. Mir selbst etwas Mitleid und Nachsicht entgegen zu bringen, übe ich gerade. Klappt nur so mittel.

Ich muss es mir klarmachen: Eine OP ist ein gewaltsamer Eingriff, auch wenn sie minimalinvasiv ablief. Und eine Narkose schleicht sich auch nicht von jetzt auf gleich aus. Im Moment bin ich vor allem schlapp und müde, kommt m.E. aber auch davon, dass Krankenhaus an sich schon anstrengend genug ist. Abgesehen von den Geburten und einem Bänderriß im jugendlichen Alter beschränkten sich meine Krankenhauserfahrungen auf die einer Begleiterin und ich kann dankend auf weitere Horizont-Erweiterungen verzichten.

Ich muss ganz ehrlich sagen: Krankenhaus ist heutzutage mehr denn je eine Gesundheitsfabrik. Man muss sich damit abfinden, dass man in diesem Paralleluniversum nichts weiter als eine Fallnummer ist. Auch wenn Schwestern, Pfleger und manche Ärzte zugewandt und freundlich sind. Das ganze System gibt aber auch nichts weiter her, man merkt es deutlich. Dass ich seit jeher eine Zusatzversicherung für Krankenhausaufenthalte habe, hilft da auch nur marginal.

Ich hatte kurz überlegt, ob ich mich im Blog dazu noch auskotze, aber – das hilft weder mir noch dem System. Zumal die meisten Angestellten dort tun, was in diesem System noch irgend geht. Also: Konzentration auf Erholung zuhause. Captain und Flusenbär geben alles. Und wenn schon TGIF, dann nur echt mit:

Statistik der Woche:

  • Lied der Woche: Sam Fender, Olivia Dean – Rein Me In
  • Buch der Woche: Till Raether – Meeresdunkel
  • Souvenir der Woche: Steinmännchen bauen anyone?
  • Guilty pleasure der Woche: Virgin River (Staffel 7 der Feelgood- Serie, extra aufgespart für postoperative Wohlfühlmomente auf der Couch)
  • Plan der Woche: Pendeln. Zwischen Hollywood und Couch.
Hund hat Frühlingsgefühle auf Hollywood schaukel

Allen ein schickes Wochenende. Baut keine Steinmännchen, die ich nicht auch bauen würde.

Von Britta Langhoff

Bloggerin, Autorin, Ehefrau, Mutter, Hundemama und Bootsfrau. 60 Jahre alt und stolz darauf. Ich blogge für Menschen, die mutig und entspannt älter werden und ihr Leben genießen. Ich bin auch eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin. Zwischen Worten und Wellen schreibe ich meinen Debutroman - Geschichten vom Deich - über eine Familie, die den Mut zum Neuanfang hat und eine neue Heimat findet. Wenn nicht jetzt - dann vielleicht nie!

24 Kommentare

  1. Schön, dass alles gut geklappt hat! 🥰
    Habt Ihr eigentlich schon eine zweite Hollywood-Schaukel? Eine ist ja dauerhaft belegt… 😄
    LG, Uli

  2. Moin Britta 😘
    Das liest sich doch prima.
    Gerne habe ich alles gedrückt. 👍
    Nun habe etwas Geduld mit dir und deinem Körper und es wird schnell besser werden. 😉
    Schönes WE wünsche ich dir und deinen Lieben.
    LG Gina 😘

  3. Liebe Britta, genau das wollte ich lesen! Gut so.
    Dass man die Steine als Souvenir bekommt, habe ich schon öfter gehört und selbige auch gesehen – tatsächlich habe ich auch ein gewisses morbides Interesse daran😃. Kann gut sein, dass ich auch irgendwann in die Lage komme, mir meine eigenen ansehen zu können. Meine Chefin sagte immer „Raus mit der Galle, sobald es schmerzhaft wird!“, aber da bin ich noch nicht trotz „bester“ Voraussetzungen, heißt: viele Steine.
    Erhol dich weiterhin gut und LG
    Marie

    1. Liebe Marie,
      ich war echt baff, als ich das kleine Tütchen überreicht bekam… Der Gatte war auch interessierter als ich irgendwie.
      Das Ding bei mir war ja, dass ich eigentlich keine großen Schmerzen hatte vorher, zumindest keine alarmierenden. Mein Warnzeichen war vor 6 Wochen das Bilirubin-Gelb und ich jetzt sehe, wie groß die Dinger waren, die sie schon wieder aus dem Gallengang gefischt haben, dann bin ich wirklich froh, dass die Galle raus ist.
      Lieben Dank und auch Dir ein schönes Wochenende
      Britta

  4. Oh ja über Krankenhäuser könnte man Romane schreiben! Ich erinnere nur an meine Erlebnisse im „Ü“! Da möchte man auf mehreren Gründen nicht sein…!
    Ich freu mich so dass alles wirklich Bilderbuchmäßig verlaufen ist!! Und eine Karriere als Schmuckdesignerin hast du ja jetzt auch vor dir…! 😉

    1. Oh ja, immer, wenn ich jetzt was vom Ü höre, fällt mir auch sofort alles von damals von Dir wieder ein. Gruselig.
      Ich warte noch auf die richtige Mondeinstrahlung, dann starte ich mit der Karriere 😉

  5. Bin sehr erleichtert. Virgin River ist für mich der Verkehrsunfall, bei denen ich sonst nicht glotze. Ich schaue es, denke jedes Mal, es ist mir zu sanft oder brutal und… schaue wieder.

    Du bist mir auch im Krankheitsverhalten höchst ähnlich, also gebe ich dir den rat, den ich nie einhalte: mach langsam, ruh dich aus, gib dir Zeit.

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Ich weiß noch, dass ich mit Virgin River angefangen hab, als es mir auch nicht so gut ging. Und wenn man einmal damit angefangen hat, dann will man die nächsten Staffeln eben auch sehen und wissen, wie es weitergeht. In dieser Woche war es eine perfekte Ablenkung, man muss sich ja nicht allzu sehr anstrengen, um der Handlung folgen zu können. Und ab und an darf so ein harmloses Guilty Pleasure ruhig mal sein, finde ich 😉

      Vielen lieben Dank. Ich bemühe mich, fällt mir aber schwer.
      Liebe Grüße
      Britta

  6. Liebe Britta,
    schön, dass es dir schon besser geht! Zum Desaster in Krankenhäusern könnte ich Seiten füllen. Gut, dass es trotz allem bei dir gut verlaufen ist!
    Liebe Grüße!

    1. Liebe Jenny,
      tut mir leid, dass Du auch so Desaster-Erfahrungen gemacht hast. Mir steckt das echt in den Knochen. Von daher bin ich auch froh, dass ich zuhause bin. Da gebe wenigstens ich den Takt vor.
      Lieben Dank Dir und auch liebe Grüße
      Britta

  7. Freue mich zu lesen, dass es dir schon wieder etwas besser geht! Ich habe meine Gallenblase bereits vor 30 Jahren gehen lassen. Ich war damals etwas verstört, als die Krankenschwester mir das Gläschen mit den Steinen zeigte und es mit einen lustigen Spruch auf meinem Nachtschrank stehen ließ! Ich dachte damals, die Mitarbeiter der Station hätten eine merkwürdige Art von Humor… Jetzt lese ich erstaunt, dass das wohl zum Standard gehört (auch nach so vielen Jahren noch)? Vielleicht brauchte man das im vorigen Jahrhundert als Nachweis, dass der Eingriff notwendig und dann erfolgreich war? So als alte Tradition, wie manches im Handwerk? 😉
    Gute Besserung für dich weiterhin, LG Angela

    1. Vielen lieben Dank Angela.
      Das wäre eine Überlegung, ob es vielleicht eine alte Tradition ist! – Aber immerhin: Du hast Deine Steinchen noch in einem Glas bekommen. Meine haben sie in eine olle Tüte gepackt :))

  8. Liebe Britta,
    ich musste tatsächlich erst einmal googlen, was T.G.i.F bedeutet! Bin selbst nicht drauf gekommen, wohl, weil ich grundsätzlich ungern Anglizismen verwende, daher gehen sie nur mit Nachdruck in mein Sprachwissen ein, lach …
    Nun verstehe ich dein Thank God it´s Friday – wobei, „Gott“ damit kaum etwas zu tun hat (ich Atheistin muss grundsätzlich dagegen halten, nochmal lach …).
    ICH FREUE MICH FÜR DICH, dass du deine OP und den Krankenhausaufenthalt überstanden hast, nun ausschlafen, ausruhen und dann wird deine „Wasserstandsmeldung“ hoffentlich ganz bald wieder mit Bordwänden zu tun haben!
    Ich schicke dir KREative Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      es gab in den 70ern einen Tanzfilm TGiF, da hat sich mir diese Abkürzung eingebrannt. Ich habe im alten Blog Freitags Wochenrückblicke geschrieben, die waren immer mit TGiF übertitelt. Meine langjährigen Leser fragen immer mal wieder danach, da dachte ich, eine Wasserstandsmeldung wäre eine gute Gelegenheit. Mehr steckt da nicht hinter 😉
      Lieben Dank für Deine Wünsche. Ich bin auch froh, wieder daheim zu sein und hoffe auch auf baldige Bord-Grüße.
      Bis dahin alles Liebe
      Britta

  9. Eine befreundete Krankenschwester sagte mal zu mir „Im Krankenhaus wird Dir geholfen, gesund wirst Du zuhause.“
    Unser System Krankenhaus schwächelt, aber es ist immer noch eins der besten – auch, wenn man unvorhergesehen schnell wieder vor die Tür gescheucht wird.
    Ich freu mich sehr, dass Du alles gut überstanden hast – und es Dir Deinen Humor nicht vergällt hat.

    Sei nachsichtig mit Dir und gehab Dich wohl, Du Liebe

    1. Du hast natürlich recht, dass es in unserem System immer noch recht gut ist. Verglichen mit anderen. Auch mein Lieblingsland ist da nicht gerade ein Leuchtturm-Vorbild.
      Es ist wahrscheinlich in unserer Generation immer noch so drin, dass wir meinen Raus aus dem Krankenhaus ist gleich wieder fit und sofort einsatzfähig. Ich schlage mich aber ganz tapfer in der Disziplin ausruhen und schonen. Schon alleine, weil ich froh bin, dass alles so gut gelaufen ist und ich echt nichts riskieren will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert