Besser als sein Ruf – das war der November

Veröffentlicht am 18 Kommentare zu Besser als sein Ruf – das war der November
besser als sein Ruf - so war der November

Advent, Advent – die Zeit, sie rennt. Wir haben ihn tatsächlich schon geschafft – den ungeliebtesten Monat des Jahres. Noch 22 Tage bis zur Wintersonnenwende und schon werden die Tage wieder länger. Ich greife vor – jetzt erstmal der

Rückblick November 2025

Er ist nicht nur schon vorbei – der November war in diesem Jahr auch besser als sein Ruf. Es gab erstaunlich viele Tage, an denen sich die Sonne zeigte. Erst ab der zweiten Novemberhälfte gab es auch richtig schäbige Tage. Also wettertechnisch schäbige Tage. Nun ja – watt willsse machen? Auch ein schlechter Ruf will von Zeit zu Zeit verteidigt sein.

Neben schönen Spaziergängen rund um Dorfteiche wie am 12 von 12 waren in der ersten Monatshälfte sogar noch ein paar kleinere, aber feine Radtouren durch die Felder und entlang der alten Zechentrasse König Ludwig drin.

November im Ruhrgebiet erstaunlich sonnig
Das ist tatsächlich ein November-Bild – und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, symbolisiert es für mich den Ruhrpott. Neue Energie ( Windrad ) und alte ( die Dampfwolke rechts hinten im Bild ist das berühmt berüchtigte Kohlekraftwerk Datteln )

Unsere Whisteria Lane Siedlung liegt leicht erhöht – das Foto auf dem Beitragsbild ist direkt bei uns umme Ecke aufgenommen und ist auch typisch für den letzten Monat. Wir hatten oft morgens Sonne und Raureif, während 1 km weiter unten noch fieser Nebel herrschte. Was 170 Höhenmeter ausmachen können. Ja – richtig gelesen. 170 Höhenmeter auf 1 km ist immer mein Rückweg mit dem Rad – anders gerechnet 17 % Steigung. So ein E-Bike ist schon eine feine Erfindung.

Fahrradtrasse König Ludwig - Rückblick November
Ruhrpott-Special: Die alten Kohle-Trassen über die Zechen sind jetzt Fahrradstrassen. Einmal vom Hügel runter, kommt man über die Trassen relativ weit. Fährt sich sehr kommod, auch noch im Herbst.

Ich war sehr dankbar für diese Lichtblicke. Denn diesmal kickte die Sehnsucht nach Bootsleben und der zweiten Heimat in Friesland direkt nach dem Ende der Bootssaison so richtig rein. Wir vermissen die Gassirunden zum See, den Weitblick, das Durchatmen, die Gelassenheit in den Orten – vor allem mir ist die Ruhrpott-Hektik gerade zu viel.

Partymonat November – feiern wie früher

Auch im Freundeskreis war man entschlossen, dem November-Blues zu trotzen. Der Nachbarschafts-Stammtisch tagte ergiebig, der Vorruheständler-Stammtisch ebenso und die Belegschaft der alten Filiale traf sich in leckerer Runde. 10 Jahre ist es schon her, dass wir in der Bronx das Licht ausgemacht haben – Du meine Güte. Aber bitte – wir waren uns einig: Es war unsere schönste Zeit, beruflich gesehen. Und wir haben den Kontakt nicht verloren. Das sagt doch alles.

Dann gab es noch eine richtig große Party. Eine Freundin hatte Lust, ihre sweet 60 richtig groß zu feiern. Das Motto: feiern wie früher. Die „coole Location“ von früher, „unsere“ Musik, „unsere“ Tänze – allerdings mit Buffet vom feinsten. Lange her, dass ich auf einer richtigen Party mit viel Schwof und Spaß war. Immerhin: da wir ja zumindest in einigen Punkten klüger sind als früher, waren auch die drauffolgenden Tage eher müde, aber sonst nichts. Dicken Kopp wie früher hätte ich jetzt auch nicht gebraucht.

Monatsrückblog – darüber habe ich geschrieben

Die Leinen zum Boot habe ich zumindest gedanklich noch nicht gekappt. Eine verstecke Botschaft am Steg musste ich noch aufarbeiten genau wie die Ruhe vor dem Sturm Warnung vom letzten Tag der Saison. Dass diese Warnung ausgerechnet am letzten Bootstag kam und das in diesem Irgendwas ist immer Jahr – ich hoffe immer noch, das war nicht prophetisch.

Ein Blogartikel in diesem Monat war aus der Reihe Entertainment – im Rahmen einer Blogparade beschäftigte ich mich mit der Frage „linear oder gestreamt – wie schauen wir Fernsehen?“ Hat Spaß gemacht und war mal was anderes für mich.

gemütliche Couchtage im November
Ihn interessiert das Fernsehprogramm genau Null – Hauptsache er liegt bequem und kuschelig. Da interessiert es weniger, wieviel Platz ich noch habe. Um vorzugreifen: Auch er ist natürlich mein kleiner Prinz – da geht das klar.

Mir liegen alle Blogartikel am Herzen, manche aber noch ein ganz kleines bißchen mehr. So der letzte, den ich in diesem Monat geschrieben habe. Mit einem Kloß im Hals geschrieben habe. Ein ehrlicher Wasserstandsbericht über mein ins Stocken geratene Romanprojekt, meine Zweifel und Gedanken. Ich bedanke mich hier für die vielen lieben Kommentare dazu – ich beantworte sie noch. Im Moment fasst mich das sehr an, es fällt mir schwer. Aber Euer Zuspruch tut mir gut.

War sonst noch was im November?

Der Frankfurter ist zurück in Mainhattan – drei Wochen Korea-Rundreise sind vorbei. Meine Gedanken ( und still für mich behaltene Sorgen ) waren somit einen Teil des Monats auf einem anderen Kontinent. 10jährigem Abi-Treffen sei Dank ist er für ein langes Wochenende hier samt vieler Erzählungen, erstaunlich leckerem Gebäck und anscheinend sehr köstlicher Hunde-Donuts.

Statt Lebkuchen: Gebäck aus Korea
Lebkuchen kann ja jeder – hier gab es zum Adventkaffee koreanische Mini-Pancakes und Kekse

Zauberhaft des Monats:

Kleine Prinzen kann man nie genug haben. „Le petite“ – und mein gar nicht mehr kleiner, aber sehr kosmopolitischer Prinz aka mein „Nesthäkchen“

Was ich nicht wusste – der kleine Prinz wird in Korea verehrt und spielt eine große Rolle in der Kultur des Landes. Der Abenteuer-Reisende begegnete dem kleinen Prinzen immer wieder im Lande, es gibt sogar ein kleines Dorf oberhalb von Busan, wo sich alles um den kleinen Prinzen dreht.

der kleine Prinz - Wandmalerei in Korea
berühmte Wandmalerei im Gamcheon Culture Village (das Foto habe logischerweise nicht ich gemacht, sondern mein Kind)

Der Herr Sohn fühlte sich so immer an seine Kindheit erinnert. Als Kind hat er es geliebt, wenn ich ihm vom kleinen Prinzen vorlas. So bekam ich zauberhafte Nachrichten und Fotos von ihm. Immerhin – so war ein kleiner Teil von mir mit in Korea. Wenn das nicht zauberhaft ist.

der kleine Prinz - verehrt in Korea
der kleine Prinz oberhalb von Busan – in Korea sehr verehrt ( Foto ebenfalls von meinem Kind )

Witzigerweise schauten wir an einem Abend einen Film, in dem das Buch eine Rolle spielte – und ich schlug sofort eine ganz andere Brücke, nämlich nach Korea. So greift eins in das andere über. Und da ich diese kleine Anekdote auch unter gelernt des Monats abspeichern kann, greife ich somit rüber zum letzten Akt des Rückblicks:

Und damit zur Statistik

  • Satz des Monats: Wenn man im Jetzt lebt, hat man wenigstens was davon. (©Ines von meyrose.de )
  • Erkenntnis des Monats: Wer nicht vorbereitet ist, ist bestens dafür vorbereitet, nicht vorbereitet zu sein (©Martin von haldewitzka.de)
  • Kulinarisch des Monats: Die Martinsbrezeln von unserem Bäcker
  • Buch des Monats: Feuerjagd von Tana French
  • Serie des Monats: Dept.Q (Netflix)
  • Lied des Monats: Die on this hill von Sienna Spiro
  • Trost des Monats: Nur bei Ebbe findet man Strandgut ( © die liebe Simone von Ahoi Felicita )

Allen einen schicken Dezember gewünscht – seid auf nichts vorbereitet, worauf ich nicht auch vorbereitet bin.

Namensnennungen bei Bücher, Serie und Lied dienen der Vollständigkeit. Werbung im Sinne von unbeauftragt, alles selbst bezahlt und nur so genannt, weil better safe than sorry.

Und hier geht es zu den aktuellen Blogartikeln

Von Britta Langhoff

Bloggerin, Autorin, Ehefrau, Mutter, Hundemama und Bootsfrau. 60 Jahre alt und stolz darauf. Ich schreibe für Menschen, die mutig und entspannt älter werden. Es ist nie zu spät, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Jetzt haben wir die Freiheit für neue Abenteuer und ganz viel Lebensfreude. Wenn nicht jetzt - dann vielleicht nie

18 Kommentare

  1. Bitte wat??? 10 jähriges Abitreffen und 10 Jahre Licht aus inne Bronx?!? Das fühlt sich mindestens die Hälfte kürzer an…!
    Ja über den November können wir uns wirklich nicht beschweren und die Sonnenwende ist auch schon in Sicht! Dann noch den zweiten fiesen Monat (Januar) hinter uns bringen und dann geht’s auch schon wieder aufwärts! Wir schaffen das…!

    1. Ja, ist das zu fassen?! 10 Jahre – das mit dem Abi hatte ich so auf dem Schirm, beim Frankfurter ist ja auch viel gewesen in den 10 Jahren danach. Aber 10 Jahre keine Bronx mehr – das ist schon heftig oder ?
      Den Januar finde ich nie so schlimm, mir geht der Dezember mehr auf den Geist. Wenn es um 16 Uhr schon nicht mehr wirklich hell ist, das macht mir echt was aus.
      Aber wir schaffen das – muss ja, ne :))

      1. Ne ich find den Januar genauso fies wie den November! Der Dezember ist wegen Weihnachten o.k, da gibt es ja viel Ablenkung und Schönes…!
        Der Januar ist einfach nur ein toter Monat! Weihnachten ist vorbei, es ist grau und der Frühling noch nicht in Sicht…

  2. Der November hat sich dieses Jahr an für sich ganz gut angestellt. Wettertechnisch gab es in der ersten Hälfte kaum was zu meckern. Du hast wirklich schöne Fotos aus dem Pott geteilt. Da konnte ich mich richtig daran erfreuen…auch das Du und Dein Captain so eine tolle Zeit auf der Geburtstagsparty hattet.
    Die Wintersonnenwende ist nach dem langen November quasi wie ein Meilenstein. Die Tage werden, wenn auch erstmal nur langsam wieder länger und die Vorfreude auf den Frühling erwacht….und vielleicht schaffen wir wieder einen ausgiebigen Landgang um die Saison aus der Ferne einzuläuten und Strandgut zu finden.
    Es freut mich sehr meine Liebe, dass ich Dein „Novembertrost“ sein konnte. Dankeschön für die Erwähnung in Deinem wunderbaren November Rückblick.
    Ahoi 😘

    1. Ausführlicher Landgut und Strandgut sammeln – klingt nach einem prima Plan.
      Wenn bei Euch sich Nebel lichten – Du weißt schon – dann gucken wir mal, was uns einfällt und wann wir wie was machen.
      Dein Satz war mir ein sehr schöner Trost – Du hast das wie so oft in Deiner unnachahmlichen Art auf den Punkt gebracht. Fühl Dich lieb gedrückt

  3. Schwer zu glauben, dass der November bei all den Festivitäten der unbeliebteste Monat sein soll. Ich hätte eher Januar (und Februar) nominiert. Da ist der Frühling noch so weit weg und die Weihnachtsvorfreude schon vorbei. Aber vielleicht legen sich die kommenden Monate ebenso ins Zeug.
    Die Serie leg ich mir gleich mal auf die Liste, danke für den Tipp.
    Liebe Grüße!

    1. Was lernen wir daraus? Wir müssen all die ungeliebten Monate mit Festivitäten vollpacken 😉
      Du bist auch nicht die Einzige, die Januar und Februar schlimmer findet, musste ich in den Kommentaren feststellen. Ich mag den Januar definitiv lieber als den November.
      Die Serie ist ziemlich düster, aber wenn man sich dran gewöhnt hat, ist es spannend.
      Liebe Grüße
      Britta

  4. Es klingt nach, mit dem Herzen gut sehen und das ist sehr schön, finde ich. Und lieb vom anderen Prinzen, dich so mitzunehmen.
    Ich freue mich, dass dein November trotz der Sehnsucht einen schönen Rückblick bekommen hat.

    Liebe Grüße und einen leuchtenden Dezember
    Nicole

    1. Das stimmt. Ich war in jüngeren Jahren auch eher die Globetrotterin, das hat das Kind von mir. Aber so als Mutter ist einem schon unwohl, wenn die lange auf einem anderen Kontinent unterwegs sind. Da ist so ein täglicher Chat schon schön und auch die prinzlichen Nachrichten war diesmal besonders fein.
      Ich wünsch Dir auch einen wunderbaren Dezember
      LG Britta

  5. Na, das lief doch auch ganz gut bei dir im November. November ist für mich immer ein ganz gruseliger Monat. Irgendwie wird einem dann so richtig klar, dass die schöne Jahreszeit endgültig vorbei ist. Aber gut, dieser November hat mich dann doch ein wenig versöhnlich gestimmt.
    Und wenn es dir im nächsten Jahr an Partyterminen mangelt: Weinnachstmarkt Essen Steele, wenn die Narren kommen. Weisste Bescheid, ne? 😂

    1. Essen Steele – 11.11. – da musste ich echt so lachen, als ich das bei Dir gelesen hab. Verrückt – wirklich närrisch. Hat aber irgendwie auch echt was Nettes,
      November ist auch der Monat, den ich am wenigsten mag, dicht gefolgt vom Dezember. Nachmittags um 16 Uhr schon Dämmerung, das ist schon echt ohne Worte.

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