Now to something completely different. Es geht heute – ausnahmsweise – um Mode: Was ziehe ich als Mutter des Bräutigams an? Diese Frage trieb – nicht nur mich – vor der Hochzeit unseres Sohnes um. Wir haben auch in Blogs und social media darüber gesprochen, es ist ein klassisches Best-ager-Thema und auch wenn ich keine Mode-Bloggerin bin: ich habe versprochen, zu zeigen, wie ich die Frage des Outfits für die Mutter des Bräutigams gelöst habe.
Hier geht es um Outfits für Mutter der Braut/Bräutigam
Best-ager-Bloggerin Britta Langhoff erzählt, wie sie die schwierige Kleiderfrage für die Hochzeit ihres Sohnes gelöst hat.
Fotos von Outfits für Standesamt, Kirche und Feier
Vorvergangenes Wochenende war die lang vorbereitete Hochzeit meines ältesten Sohnes. Es war eine absolut perfekte, wunderschöne Hochzeit – mehr kann ein Brautpaar sich nicht wünschen. Wir sind immer noch hochemotional und ich weiß noch nicht, was und wie ich davon erzählen werde. Hier und heute geht es zunächst um die pragmatische Frage
Was ziehe ich an zur Hochzeit meines Sohnes?
Ich wusste schnell, diese Frage wird nicht leicht lösbar sein. Ich war auch nicht die Einzige, der diese Frage zu schaffen machte. Bei jedem Familientreffen im letzten Jahr war es das Thema: Was ziehen wir an? Vor allem bei den Älteren war der Tenor: das wird herausfordernd. Wie oft ich gefragt worden bin: „Was ziehst Du denn an? Hast Du schon ein Outfit?“ Nicht nur im Bekanntenkreis, auch in social media ist das Outfit für Hochzeiten durchaus ein Thema. Bei älteren Semestern schnell auch mal ein Kopfschmerz-Thema. Auch in der Blogosphäre wurde es thematisiert. Ines von meyrose.de hat dem Thema auf meine Anregung hin einen Artikel gewidmet.
Was waren meine Anforderungen an mein „Mutter des Bräutigams“Outfit ?
Ich wollte etwas Besonderes, etwas Festliches für die Hochzeit meines Sohnes tragen. Es sollte aus meinem normalen Rahmen rausfallen – ich wollte nicht aussehen, als ginge ich gerade ins Theater oder zum Kundengespräch. Gleichzeitig sollte es nicht zu auffallend sein und schon gar nicht peinlich. Mein Sohn sollte stolz sein, wenn er seine Mama vorstellt und sie nach dem Hochzeitstanz als Erste auf die Tanzfläche bittet.
Ines plädierte für Jumpsuits als gute Lösung. Leider gar nicht meins. Ich mag Jumpsuits bei anderen gerne, sehe mich selbst aber überhaupt nicht darin. Ich finde, dafür muss man der Typ sein. Meine Schwägerin trug einen und sah toll aus. Sie ist groß, schlank und hat einen Pixie-Haarschnitt. Ein harmonisches Gesamtbild. Wenn ich – klein und moppig, schulterlange Haare – einen Jumpsuit anziehe, sehe ich aus wie Skröllan im Sandkasten. Dazu noch die Toilettenfrage…..( wie oft ich an dem Tag beim „betreuten Pinkeln“ assistiert habe – mich hätte das an so einem Tag wahnsinnig gemacht.)
Ich trage oft Kleider, finde sie auch im normalen Alltag bequem und praktisch und fühle mich wohl darin. Das war also als erstes klar: Ich will ein Kleid. Am besten zwei. Es soll keine knallige Farbe haben, aber auch nicht so blass sein, dass es sich auf Fotos nicht vom Weiß des Brautkleids abhebt. Da gerade die offiziellen Fotos für die Ewigkeit sind, sollte das Kleid edel, zeitlos und von guter Qualität sein. Es sollte komplett unterfüttert sein – wer will sich schon an so einem Tag in Shapewear quälen. Ich wollte kein verspieltes Kleid, ich wollte es klassisch elegant, mit kleinen Hinguckern. Muster sind auch selten meins – damit sehe ich schnell aus wie unser Omma inne Kittelschürze. In der Familie bekannt als von mir gestellte Frage beim Shopping „Wie hoch ist der Omma-Anna-Faktor?“ Zusammengefasst: Ich wollte ein Carole Middleton Outfit.
Wo finde ich ein Geschäft, welches auch festliche Mode für best ager führt?
Dazu sollte das Kleid natürlich passen. Und damit fingen meine Probleme an. Hätte ich Geld ohne Ende UND eine Figur, die in Größe 40 passt, wäre das Problem nicht ein so ganz großes gewesen. Ich bin gerade mal 1,65m, trage Kleidergröße 42/44 und bin kurvig. Breite Schultern, relativ viel Busen, eine noch immer vorhandene Taille, breite Hüften und schlanke Beine – ich bin in deutschen Geschäften nicht vorgesehen. Mein Elend seit jeher. Dennoch durchforstete ich diverse Onlineshops, schaute mich in Bochum, Düsseldorf und Frankfurt um – und fand genau nichts.
Festliche Mode in Deutschland zielt vornehmlich auf Brautjungfern und Abi-Bälle ab. Die paar Kleider, die mir gepasst haben und nicht peinlich waren, fielen allesamt in die Kategorie sterbenslangweilig. Ich kam mir darin vor wie mein altes Kundenberaterinnen-Ich. Die paar Kleider, die mir gefielen, passten mir nicht. Wenn ich in eine deutsche Größe 44 steige, ist es mir meist an der Taille viel zu weit und geht nur mit Mühe über die Hüften – bitte gerne für’s Kopfkino.
Outfit für die standesamtliche Trauung – aus dem Bestand
Nicht einmal für die standesamtliche Trauung habe ich ein Kleid gefunden. Ich probierte ein sehr schönes unterfüttertes Etuikleid von einer deutschen Nobelmarke an, welches mir passte und meiner Figur schmeichelte. Das hätte ich gerne besessen, aber – es war ein kleines Schwarzes. Geht gar nicht als Hochzeitsgast und schon gar nicht als Mutter des Bräutigams, finde ich. So beschloss ich, mein Outfit für die standesamtliche Trauung im meinem eigenen Kleiderschrank zu shoppen.


Ein Bienenkorb musste her
Damit war die eigentliche Frage des Outfits für die kirchliche Hochzeit meines Sohnes aber noch nicht gelöst. Also beschloss ich, das zu tun, was man in meiner Familie seit jeher tat, wenn die Kleiderfrage schwierig wird: Ich suchte mir einen Bijenkorf – zu deutsch einen Bienenkorb.
„De Bijenkorf“ ist eine niederländische Luxuskaufhaus-Kette, vergleichbar mit den französischen Galeries Lafayette. Bekannt für gehobene Modemarken, die für Menschen und nicht für Schaufensterpuppen schneidern. Leider gibt es nicht mehr allzu viele Filialen dieser Kette. Ich hatte von Anfang an befürchtet, dass ich für ein Outfit, welches meinen Ansprüchen genügt, nach Amsterdam muss und so kam es auch fast. Wir fuhren nach Amstelveen – das ist die Wohnstadt für wohlhabende Amsterdamer. Amstelveen hat kein gewachsenes Zentrum, also hat man der Stadt ein neues Herz spendiert – de Stadshart. Sehr schick, gut geplant, viele Plätze, viele Restaurants und viele Geschäfte in überdachten Galerien nach französischem Vorbild. Und einen großen Bijenkorf. Da waren wir nicht zum letzten Mal. Viel entspannter als das nervige Amsterdam.
Meine andere Oma – die schicke Lady-Oma – ging gerne zum Bijenkorf, weil man dort bestens beraten und bedient wurde. Genauso ist es anno 2026 immer noch. Ich bin dort unglaublich gut, zuvorkommend, hilfreich und ehrlich bedient und beraten worden. Die nette Verkäuferin hatte ein gutes Auge, brachte ein komplettes Outfit nach dem anderen, holte aus der Schuhabteilung passende Schuhe, damit ich das Kleid „in Vollendung“ sehen konnte, versorgte mich mit Getränken und machte Fotos von mir, die ich dem Gatten zuschicken konnte, der derweil mit dem Flusenbär spazieren ging. Der Bär hätte sogar mit rein gedurft, aber das wollte ich nicht.
Das Outfit als Mutter des Bräutigams für kirchliche Trauung und Empfang
So. jetzt Trommelwirbel. Diese Outfits sind es geworden. Für Kirche und Empfang:

Das Outfit ist zweiteilig. Das Kleid an sich ist ein schlichtes Etuikleid mit herzförmigem Ausschnitt. Leicht tailliert. Ich bin sicher, das kann ich noch oft tragen. Das Spitzenjäckchen wird im Rücken geschlossen und sieht bestimmt auch schön aus, wenn man ein schlichtes Outfit aus Jeans und Shirt aufpeppen will.
Das Outfit für die Hochzeitsfeier meines Sohnes – für die Abendveranstaltung
Das zweite Kleid ist ein Abendkleid und im oberen Dekolleté durchscheinend, man braucht also zwingend einen BH in nude oder einen ohne Träger.

Leider habe ich kein Bild mit Stola, deswegen noch Bilder vom Kleiderschrank. Ebenfalls von vorne und hinten für mehr Details.

Das zweite Kleid ist definitiv ein Kleid, für das man den richtigen Anlass braucht. Ich werde es also nicht allzu häufig tragen können. Dennoch empfinde ich es als zeitlos, so dass es sicher nochmal zu Ehren kommt. Davon ab – ich liebe dieses Kleid, mochte mich darin sehr und habe viele Komplimente für meine Outfits bekommen. Auch von meinem Sohn und ich bin sicher, wenn meine stets exquisit gekleidete Lady-Oma mich hätte sehen können, wäre sie stolz gewesen, dass ich als ihre letzte weibliche Nachfahrin unsere Familie würdig repräsentiert habe. Und hätte es witzig gefunden, dass auch 2026 noch nichts ohne den Bijenkorf ging.
Auf eine „richtige“ Handtasche habe ich an dem Tag verzichtet. Ich hatte nur eine kleine Clutch, in der das Nötigste verstaut war: Handy, Taschentücher, Lippenstift. Da ich ohnehin jede Menge Accessoires für Reden- und sonstige Beiträge für die Trauzeugen und uns Mütter mitnehmen musste, packte ich eine große Mary-Poppins-Tasche, in der alles erdenklich Brauchbare drin war: von Sicherheitsnadeln über Blasenpflaster, Nähzeug, Ersatz-Strumpfhosen bis hin zum Bite-Away-Stick gegen Insektenstiche, welche ich sowohl beim Empfang als auch Abends im Hinterzimmer verstauen konnte.
Mein Fazit zum Outfit Mutter des Bräutigams
Der Hochzeitstag des eigenen Kindes ist wirklich hochemotional. Ich war froh, dass ich bei meinem Outfit auch auf praktische Details geachtet habe – man hat wirklich keinen Kopf für Dinge, die einen zusätzlich stressen. Einige Damen trugen Shapewear, das ist so schon nicht lustig, wenn man es den ganzen Tag trägt. Bei sommerlichen Temperaturen nochmal weniger. Die Unterkleider meiner Outfits waren aus kühlender Seide, figurformend und zuverlässig dafür sorgend, dass die Kleider schön fallen. Die Damen, die sich für Jumpsuits entschieden haben, sagten alle einheitlich, dass sie das nicht mehr tun würden. Man braucht zwingend jemanden, der einem beim anziehen hilft und das ist echt nervig.
Weiter bin ich gut damit gefahren, in einem Geschäft zu kaufen, wo Beratung obligatorisch und explizit angeboten wird. Im Bijenkorf ist das grundsätzlich so. In Deutschland gibt es einige Kaufhäuser, die anbieten, ein Personal Shopping zu buchen. Darüber hatte ich auch kurz nachgedacht. Das wären so meine Tipps für ein Outfit Brautmutter/ Bräutigam unabhängig vom Modegeschmack.
Hattet Ihr auch schon mal Anlässe, wo die Outfit-Wahl so schwierig war? Und wie löst Ihr das? Habt Ihr auch einen „Bienenkorb“ , der im Zweifel hilft?
Offenlegung: Alle Kleider sind von „Phase Eight, London“ – das Bestandskleid aus der Frühjahrskollektion 2024, die beiden neuen aus der Sommerkollektion 2026. Gekauft bei „de Bijenkorf“ Amstelveen. Ich trage UK Größe 16. Die Schuhe sind von Högl und waren deutlich bequemer als sie aussehen. Da ich hier Marken nenne, verlinke und empfehle, muss ich diesen Artikel als Werbung kennzeichnen. Es ist unbeauftragte, unbezahlte Werbung – sämtliche Modemarken haben keine Kenntnis von diesem Artikel. Ich habe alles selbst gekauft und bezahlt.
Funfact: Phase Eight ist eine britische Marke, auf die ich aufmerksam wurde, weil ich schon mal in royale Modeblogs schaue und Carole Middleton diese Marke öfter trägt.
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